Mitglieder gewinnst du am leichtesten dort, wo deine Leser:innen ohnehin sind, also auf deiner Website. Im Video vom Juni 2024 zeigt Kai Wieland von Steady die damals neue Website-Integration am Beispiel von Übermedien. Seitdem ist einiges dazugekommen, manches heißt anders. Diese Lektion beschreibt den Stand vom Oktober 2026: was du entscheidest und in welcher Reihenfolge. Die Handgriffe stehen im Hilfe-Center von Steady, den Überblick gibt So integrierst du Steady auf deiner Website.
Zwei Bausteine: Layer und Embeds
Kai beschreibt die Integration mit zwei Begriffen. Layer legen sich über deine Website, etwa als Hinweis am unteren Bildschirmrand. Embeds bettest du an einer bestimmten Stelle in deine Seite ein, zum Beispiel mitten in einen Artikel. Den Code dafür hat Steady 2024 neu geschrieben, auch weil viele Browser Cookies von Drittanbietern inzwischen abschalten.
Heute gibt es vier Layer:
| Layer | Wofür |
|---|---|
| Paywall | verdeckt Inhalte für alle, die noch nicht zahlen, und zeigt deine Pakete |
| Newsletter | lädt Besucher:innen ein, deinen Newsletter zu abonnieren |
| Announcement | zeigt eine Ankündigung und führt zu einer Adresse deiner Wahl |
| Adblock-Erkennung | bittet Leute mit Werbeblocker, Werbung zuzulassen oder Mitglied zu werden |
Als Embeds gibt es die Paywall im Artikel, ein festes Anmeldeformular für den Newsletter, etwa für die Fußzeile, und die Pakete für eine eigene Mitgliederseite.
Schritt 1: Die Website einmal verbinden
Alles Weitere hängt an dieser einen Verbindung. Dafür gibt es zwei Wege.
- Steady-Code. Ein Schnipsel HTML, den du in den Kopfbereich deiner Seite setzt, vor das schließende
</head>-Tag. Das geht mit jedem CMS und den meisten Baukästen; bei Squarespace und Wix brauchst du dafür ein bezahltes Konto. Er gehört genau einmal auf jede Seite, am besten über die Vorlage, die alle Seiten nutzen. - WordPress-Plugin. Läuft deine Seite mit WordPress, installierst du „Steady for WordPress“ und verbindest es mit einem Key aus dem Steady-Backend. Im Editor erscheint dann ein Steady-Button, mit dem du die Paywall setzt.
Nimm nur einen der beiden Wege, beide zugleich führen zu Fehlern. Den Unterschied merkst du bei der Paywall. Die Variante mit dem Steady-Code lässt sich aushebeln, wenn jemand JavaScript abschaltet, ändert aber nichts daran, wie Suchmaschinen deine Texte finden. Das Plugin lädt den geschützten Teil erst, wenn sich ein Mitglied angemeldet hat; dafür sehen Suchmaschinen diesen Teil kaum.
Danach trägst du in den Einstellungen die Adresse deiner Website ein. Leite alle Varianten deiner Adresse, etwa mit und ohne „www“, auf eine einzige um, sonst funktioniert manches nur auf einer davon. Pro Domain lässt sich genau ein Steady-Projekt einbinden. Die Anleitungen: So baust du den Steady-Code in deine Website ein und Wie du das Steady WordPress-Plugin nutzen kannst.
Schritt 2: Farbe und Bilder festlegen
Im Video übernehmen alle Layer und Embeds das Blau von Übermedien. Diese Einstellung heißt im Hilfe-Center Publikationsfarbe. Sie färbt Knöpfe und Hervorhebungen auf Steady und in allen Layern auf deiner Website, unter anderem auf der Paywall, im Checkout und im Hinweis der Adblock-Erkennung. Steady empfiehlt die Farbe deines Logos in einem etwas dunkleren Ton.
Für Logo, Paywall- und Announcement-Bild gibt es Vorlagen in der passenden Größe. Lade zumindest ein Logo hoch, sonst zeigt Steady ein Standardlogo.
Schritt 3: Die Paywall einrichten
Die Paywall ist auf Steady und auf deiner Website dieselbe. Du legst sie einmal in den Paywall-Einstellungen fest: eine Überschrift mit höchstens 60 Zeichen, deine Pakete, die Leser:innen direkt in der Paywall auswählen, und auf Wunsch die Registration Wall.
Die Registration Wall ist eine kostenlose Option unter den Paketen. Wer noch nicht zahlen will, schaltet den Artikel einmalig frei, indem er oder sie kostenloses Mitglied wird. Du bekommst dafür eine E-Mail-Adresse. Bietest du eine Probemitgliedschaft an, steht sie in der Paywall ganz oben. Kostenlose Mitglieder sehen die Paywall bei bezahlten Texten weiterhin. Eine Paywall, die sich wegklicken lässt, gibt es seit September 2026 nicht mehr; warum, erklärt die Lektion Paywall-Modelle.
Dann markierst du im Artikel, wo die Paywall beginnt: mit dem Wort ___STEADY_PAYWALL___ in einem eigenen Absatz, mit einem unsichtbaren HTML-Element oder mit dem Steady-Button im WordPress-Editor. Setz die Markierung möglichst weit oben, damit viele Leser:innen die Paywall überhaupt sehen. Zwei Neuerungen stellt Kai im Video vor:
- Small-Modus. Eine Paywall von einer Zeile, die einzelne Elemente wie ein Bild, ein Video oder einen Download unscharf verdeckt. Eine kostenlose Freischaltung bietet sie nicht.
- Tracking-Parameter. Gibst du der Markierung einen Kampagnennamen mit, siehst du im CSV-Export deiner Mitglieder, welche Kampagne oder welcher Artikel bezahlte Mitgliedschaften gebracht hat.
Die Einzelheiten stehen in Die Paywall und Registration Wall und Paywall auf deiner Website einrichten.
Schritt 4: Layer und Pakete einschalten
Welcher Layer wem erscheint, entscheiden die Smart Layers. Steady ordnet Besucher:innen nach Häufigkeit der Besuche, Lesezeit und Herkunft ein, etwa als Erstbesucher:innen oder treue Leser:innen, und zeigt den passenden Layer. Eine Paywall geht immer vor. Auf deiner Website kannst du die Automatik überstimmen und einer Seite einen bestimmten Layer zuweisen. Kai kündigt im Video eine „Smart Paywall“ an, die auf Daten über die Besucher:innen reagiert. Unter diesem Namen gibt es sie nicht, die Idee steckt heute in den Smart Layers.
- Newsletter-Layer. Im Video noch angekündigt, heute als Overlay über die ganze oder die halbe Seite oder als schmale Leiste am unteren Rand. Wer sich anmeldet, wird kostenloses Mitglied. Für ein festes Formular gibt es das Newsletter-Embed.
- Announcement-Layer. Er ersetzt laut Kai den früheren Floating Button. Er führt zu einer beliebigen Adresse, auch außerhalb deiner Publikation, etwa zu einer Umfrage oder einem Sonderangebot im eigenen Shop.
- Adblock-Erkennung. Sie lohnt sich, wenn du Werbung verkaufst. Du wählst, ob der Hinweis die Seite verdeckt oder sich schließen lässt.
Für eine eigene Mitgliederseite, wie Übermedien sie hat, bindest du deine Pakete ein. Im Video heißt das Pakete-Embed, im Backend unter „Layers“ und im Hilfe-Center heißt es Checkout. Du brauchst dafür eine eigene Unterseite; die Startseite geht nicht, und auf derselben Seite darf keine Paywall stehen. Erkläre dort, wofür deine Publikation steht und was die Mitgliedschaft bringt, darunter stehen die Pakete. Wie du sie zusammenstellst, steht in Pakete gestalten.
Schritt 5: Testen und die Grenzen kennen
Bevor du loslegst, prüfst du die Paywall. Öffne einen Artikel im privaten Fenster deines Browsers, dann siehst du ihn wie Besucher:innen ohne Mitgliedschaft. Meldest du dich in der Paywall unter „Schon Mitglied?“ an, erkennt Steady dich als Inhaber:in und lässt dich weiterlesen, so beschreibt es der Artikel Wie teste ich die Paywall?.
Nicht jede Website verträgt sich mit Steady. Die vollständige Liste bekannter Probleme steht unter Kompatibilität von Steady-Integrationen, die wichtigsten sind diese:
- Auf Accelerated Mobile Pages (AMP) und auf Seiten, die beim Scrollen endlos weitere Artikel nachladen (Infinite Scrolling), funktioniert die Paywall unter Umständen nicht.
- Cache-Plugins und Dienste wie Cloudflare können das WordPress-Plugin stören, mit Cachify funktioniert es gar nicht. Dann hilft die Paywall per Steady-Code, weil sie vom Cache unabhängig ist.
- WordPress-Versionen vor 5.8.2 bauen die gesicherte Verbindung zu Steady unter Umständen nicht auf.
In älteren Anleitungen begegnet dir vielleicht der Steady-Switch. Er blendet Inhalte je nach Mitgliedschaft ein oder aus, etwa Werbung. Steady empfiehlt ihn seit November 2022 nicht mehr und leistet dafür keinen technischen Support. Er schützt auch nichts, denn beide Varianten stehen im Quelltext der Seite. Wer Werbung für Mitglieder ausblenden oder Inhalte sicher schützen will, nutzt die Steady-API und prüft auf dem eigenen Server, ob jemand Mitglied ist.
Läuft alles, kündigst du deine Mitgliedschaft an. Wie das gelingt, steht in Starte deine Mitgliedschaft.