Lektion 4 von 13 · Mitgliedschaft aufbauen

Wie viel Geld kannst du mit Mitgliedschaften verdienen?

Als Faustregel gilt 3 × 5: Rund 5 Prozent der Menschen, die dir regelmäßig folgen, zahlen meist 5 Euro im Monat, wenn du sie mindestens fünfmal gefragt hast. Deinen möglichen Monatsumsatz berechnest du also mit Follower × 5 Prozent × 5 Euro. Für ein neues Projekt rechnest du rückwärts: Der Mindestumsatz geteilt durch 5 Euro ergibt die nötigen Mitglieder, diese Zahl mal 20 die nötigen Follower.

Video 15:39Lesezeit 6 Min.Mit Justus Mache und Sebastian EsserStand:

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0:00Die Antwort: 3 × 5 – und wer überhaupt zahlt

Justus Mache: Hallo Sebastian, grüß dich!

Sebastian Esser: Hallo Justus.

Justus Mache: Sebastian, heute komme ich mit einer Frage, bei der es so richtig ans Eingemachte geht. Eine Frage, die sicherlich alle interessiert, die noch kein aktives Mitgliedschaftsprogramm haben: Womit kann ich denn rechnen, was die Einnahmen angeht? Wie viel Geld werde ich verdienen?

Sebastian Esser: Ich kann dir eine sehr konkrete Antwort darauf geben, und die Antwort ist: 3 × 5. Gemeint ist: 5 Prozent der Leute, die sich grundsätzlich für das Angebot interessieren, werden durchschnittlich 5 Euro im Monat bezahlen. Das ist tatsächlich der Durchschnitt über die gesamte Steady-Plattform hinweg, 5,14 Euro oder so, und er schwankt nur im Centbereich. Sie werden es aber nur tun, wenn du sie mindestens fünfmal gefragt hast. Die machen es nicht sofort, du musst sie fünfmal fragen.

Sebastian Esser: Pass auf, ich erkläre das ein bisschen genauer. Ich habe das schon sehr oft erklärt und bin froh, dass ich in Zukunft auf dieses Video verweisen kann. Ich glaube, dir geht es ähnlich.

Sebastian Esser: Also, 5 Prozent – warum 5 Prozent? Der allergrößte Teil der User ist wahrscheinlich nicht bereit, Mitglied zu werden. 95 Prozent werden nie zahlen. Damit muss man klarkommen. Das ist so, und da braucht man auch nicht sauer zu sein, sonst wäre man auf 95 Prozent seines Publikums sauer. Selbst wenn sie regelmäßig Texte lesen, Podcasts hören und so weiter, werden sie nie zahlen.

Sebastian Esser: Ein ganz großer Teil der Leute, die du mit deinem unabhängigen Medium erreichst, sind auch Leute, die nur einmal kurz vorbeigucken. Die sind bei Google oder Social Media einmal auf einen Artikel oder eine Episode gestoßen. Das sind die sogenannten One-Offs, und das sind bis zu 70 Prozent. Also richtig viele Leute. Die tauchen in deinem Analytics-Tool, in Google Analytics, auch immer auf, und du denkst: Wow, cool, wieder viel Traffic. Aber die kommen und sind sofort wieder weg, meistens nach wenigen Sekunden. 50 bis 70 Prozent – das sind Daten, die auch von anderen Anbietern aggregiert wurden. Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit, dass sie anfangen zu zahlen, liegt bei 0 Prozent. Sie öffnen die Webseite, bleiben wenige Sekunden, gehen wieder und kommen auch niemals wieder. Also: tschüss.

Sebastian Esser: Unter diesen restlichen Besuchern, also denen, die keine One-Offs sind, gibt es dann noch mal 10 Prozent. Von den 100, die du möglicherweise bei Google Analytics oder einem ähnlichen Tool siehst, sind 10 Prozent Leute, die regelmäßig kommen und mit denen du in irgendeiner Form in Kontakt stehst. Die würde ich jetzt mal Follower nennen, egal ob sie dir wirklich folgen. Im besten Fall abonnieren sie deinen Newsletter, dann hast du nämlich die Möglichkeit, ihnen eine E-Mail zu schicken. Oder sie folgen dir bei Social Media, oder es gibt einen anderen Weg, wie sie regelmäßig mit dir in Kontakt sind. Daraus rekrutieren sich fast alle Leute, die am Ende zahlen werden.

Sebastian Esser: Wenn wir jetzt über diese 5 Prozent reden, dann sind die 100 Prozent diese 10 Prozent Follower. Wenn du eine Webseite mit 100.000 Besuchern im Monat hast, dann musst du die 70 Prozent davon wegschmeißen, weil das One-Offs sind. Wir reden dann wirklich nur von 10.000 Leuten: 100.000 Besucher, 10 Prozent davon sind Follower. Das kann man auch genau nachgucken: Wer kommt wieder, was sind die Recurring Visitors? Oder du überlegst dir ganz grob: Was sind meine verschiedenen Social-Media-Kanäle? Wie viele Leute habe ich bei Facebook, Twitter, Mastodon, LinkedIn, Instagram, im Newsletter? Wie viele sind das insgesamt, wie viele Überschneidungen gibt es? Ich wette, man hat ein ziemlich gutes Bauchgefühl, wie groß die Zahl dieser Follower ist.

4:08Follower zählen und den möglichen Umsatz ausrechnen

Sebastian Esser: Das Potenzial besteht jetzt aus 5 Prozent von diesen Followern. Das sind Leute, die sich für dich persönlich interessieren, für das Thema deines Mediums oder für die Inhalte, weil sie den Stil mögen oder warum auch immer. Die haben einen guten Grund, dir regelmäßig zu folgen und damit nicht aufzuhören. Und diesen Leuten muss man nur – ich sage „nur“, weil es wirklich einfach ist, aber die meisten machen es nicht – sehr penetrant, nämlich mindestens fünfmal, das richtige Angebot machen. Also etwas, das für sie fair klingt, und das sind meistens 5 Euro. Oft ist auch mehr möglich, aber 5 Euro sind sozusagen der untere Rand, damit liegt man nie falsch. Dann werden sie auch zahlen, aber eben nur 5 Prozent von diesen Followern.

Sebastian Esser: Ich würde raten: Schreib dir ein paar Zahlen auf. Wie viele Nutzer besuchen die Webseite regelmäßig, was sind die Recurring Visitors? Wie viele Leute erreichst du auf Instagram, Twitter, Facebook, vielleicht YouTube oder sogar TikTok? Wie oft wird eine Podcast-Episode im Schnitt heruntergeladen? Wie viele Newsletter-Abonnenten hast du? Dann hast du eine grobe Zahl, die sich für dich richtig anfühlt, und weißt: Das sind meine 100 Prozent. Davon 5 Prozent auszurechnen, ist relativ einfach.

Sebastian Esser: Und wenn man sich die Summe ausrechnen will, nimmt man das Ganze mit 5 Euro mal. Wenn du also weißt, deine 10 Prozent sind 1.000 Leute, die du regelmäßig erreichst, dann sind 5 Prozent davon entsprechend 50 Leute. Und wenn die 5 Euro zahlen, dann ist das Potenzial etwa 50 mal 5 Euro, also etwa 200 Euro im Monat – 250, glaube ich sogar.

Justus Mache: Ja, genau, 250.

Sebastian Esser: Vielen Dank, Justus, das ist immer die Stelle, vor der ich Angst habe. Genau. Und wenn einem das jetzt zu wenig vorkommt, dann weiß man zumindest, was man tun kann. Du kannst versuchen, die Zahl dieser Follower hochzubekommen. Oder du kannst versuchen, mehr als 5 Prozent zu erreichen, indem du ein noch besseres Angebot machst oder einen höheren Preis nimmst. An der Stelle ergeben sich aus dieser groben Schätzung pi mal Daumen auf einmal Ansatzpunkte.

Sebastian Esser: Es gibt natürlich auch das Gegenteil, nämlich dass diese Zahl hoch ist. Du denkst: Wow, so ein Umsatz, jeden Monat 1.000 Euro! Dann würde ich sagen: Fang sofort an. Es kann ja sein, dass es nicht stimmt, aber wahrscheinlich stimmt es, und dann wäre jeder Monat, den du wartest, verschwendet.

6:54Wertversprechen, Businessplan und fünfmal fragen

Justus Mache: Meinst du bei diesem Mitgliedschaftsprogramm: Ich habe jetzt eine Zahl im Kopf von einzigartigen Usern, die meine Inhalte konsumieren, in welcher Form auch immer. Muss ich dann noch überlegen, was ich zusätzlich für das Mitgliedschaftsprogramm mache? Oder sind das die Leute, die grundsätzlich gewillt sind, zu unterstützen?

Sebastian Esser: Ich würde jetzt erst mal behaupten, die sind grundsätzlich bereit, Geld zu zahlen. Wie das Produkt am Ende ganz genau aussieht, kann man über Befragungen oder Unterhaltungen mit ihnen herausfinden. Darum geht es auch noch mal in einer anderen Session: Was ist das Wertversprechen, was sind die Gegenleistungen und so weiter. Aber meistens ist das weniger wichtig, als man denkt. Man sollte sich eher über das Mission Statement und die Value Proposition Gedanken machen, nicht so sehr über die Gegenleistungen.

Sebastian Esser: Im Grunde hat man jetzt schon eine Art Businessplan. Businessplan klingt immer so, als ob man 50 Seiten Text schreibt. Aber eigentlich ist es nur eine kleine Excel-Tabelle mit ein paar Annahmen und Wachstumsannahmen. Wir haben auch ein sehr einfaches Template, das man unter diesem Video finden wird. Da kannst du deine Zahlen eintragen, um das auszuprobieren.

Ja, genau. Was wichtig ist zu betonen, obwohl wir es schon zweimal gesagt haben: Diese 5 Prozent, die 5 Euro zahlen, tun das nur, wenn man sie fünfmal fragt. Das heißt, man muss ihnen schon sehr auf den Senkel gehen, und zwar auf eine Weise, die einem fast selbst schon unangenehm ist. Wenn man selbst denkt: Wow, das ist jetzt echt zu viel, dann ist es gerade so, dass die Leute es überhaupt wahrnehmen. Denn das Internet ist groß, da ist wahnsinnig viel Neues unterwegs. Man ist busy, man hat nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie in einem persönlichen Gespräch, sondern das rauscht alles in den Feeds an einem vorbei. Deswegen sollte man als Medienmacherin den Leuten viel, viel stärker auf den Senkel gehen. Der professionelle Begriff dafür: Marketing. Ein anderes Wort für auf den Senkel gehen.

Okay, also noch mal ein Beispiel: Du erreichst 10.000 Leute regelmäßig über Webseite, Podcast, Newsletter und Social Media. 500 dieser sogenannten Follower zahlen dir 5 Euro monatlich, dann kommst du auf 2.500 Euro. Voraussetzung: Dein Angebot ist überzeugend und überzeugend formuliert, das ist noch mal ein anderes Thema. Und du setzt dieses Angebot diesen 10.000 Leuten fünfmal vor, sie müssen es fünfmal gesehen haben. Mit anderen Worten: Es dauert, bis die alle fünfmal vorbeigekommen sind, das wird schon ein paar Monate dauern. Aber ob du das Potenzial von 5 Prozent ausschöpfst, liegt allein daran, wie oft du das bewirbst.

10:00Neue Leute ansprechen und rückwärts rechnen

Da kann ich vielleicht aus meiner Erfahrung noch sagen, was man nicht vergessen sollte: Wenn man so ein Projekt aufsetzt, kann man die Gesamtheit der Leute relativ gut fünfmal ansprechen. Man muss aber immer daran denken, dass auch immer wieder neue Leute nachkommen, die erst mal deine kostenlosen Inhalte nutzen. Und die müssen auch fünfmal angesprochen werden. Es ist also nicht mit der ersten Kampagne erledigt. Man muss versuchen, den Hinweis auf das Mitgliedschaftsprogramm sehr kontinuierlich in seine Inhalte einfließen zu lassen. Dazu gibt es auch noch mal eine eigene Session zum Thema Funnel.

Sebastian Esser: Der Nachteil an dieser Daumenregel ist natürlich, dass sie sich vor allem für Leute eignet, die jetzt schon Kontakt zu einem relativ großen Publikum haben. Es kann aber auch sein, dass man von null anfängt und sich ein neues Projekt ausgedacht hat. Du kannst nicht 5 Prozent von null Leuten konvertieren, das macht keinen Sinn. Das heißt aber nicht, dass es nicht geht. Man muss es dann sehr systematisch betreiben: ein Publikum aufbauen, Reichweite aufbauen, einen Funnel füllen. Und man kann mit dieser Formel, mit diesem 3 × 5, trotzdem überlegen, welche Ziele man sich geben sollte, um auf den relevanten Umsatz zu kommen. Im Grunde ist das ein Dreisatz.

Sebastian Esser: Sagen wir, du planst, ein Nischenmedium zu gründen, das sich an eine spezifische Zielgruppe richtet, die du bisher gar nicht erreichst. Dazu kann man eine Hochrechnungsmethode nehmen: Man geht nicht von der bestehenden Community-Größe aus, sondern von der Summe, die man braucht. Du sagst: Okay, ich mache dieses Projekt nur, wenn ich nach einer Anlaufphase mindestens, keine Ahnung, 1.000 Euro im Monat verdiene. Sonst lohnt sich für mich der ganze Aufwand nicht, dann kann ich das nicht wirtschaftlich betreiben und sollte es vielleicht lieber sein lassen. Und da rede ich nicht von dem Einkommen, das man gerne hätte. Natürlich hätte man gerne 10.000 Euro und nicht 1.000 Euro. Sondern von einem Mindestbetrag, den man verdienen möchte, damit es sich überhaupt lohnt, so viel Arbeit zu investieren.

Sebastian Esser: Mal angenommen, man braucht 1.000 Euro im Monat, um zum Beispiel einen wöchentlichen Newsletter anbieten zu können. Dann kann man diese 1.000 Euro durch den Durchschnittsumsatz pro Mitglied teilen, also durch 5 Euro: 1.000 durch 5 gleich 200. Das ist die Anzahl der Mitglieder, die man mindestens akquirieren will, über einen längeren Zeitraum, sagen wir über das erste Jahr. Du willst also 200 zahlende Mitglieder konvertieren, um 1.000 Euro von ihnen zu bekommen. Und wenn diese 200 Mitglieder 5 Prozent deiner Follower ausmachen, dann rechnest du per Dreisatz mal 20, um auf die 100 Prozent zu kommen. 200 mal 20 wären 4.000. Das ist die Zahl der Follower, also der Leute, die du regelmäßig erreichen musst, um ihnen fünfmal dieses Angebot machen zu können und diese 1.000 Euro realistisch werden zu lassen.

Sebastian Esser: Jetzt ist wiederum total klar, was dein Job ist als unabhängige Medienmacherin: Du musst herausfinden, wie du regelmäßig 4.000 Leute erreichst und zu Followern machst, um anschließend 200 von ihnen zu zahlenden Mitgliedern zu konvertieren.

13:35Wie belastbar die 5 Prozent sind

Justus Mache: Klingt logisch.

Sebastian Esser: Das ist ein Businessplan. Das kann man sich wirklich in 20 Minuten überlegen, und dann weiß man relativ genau, was die Aufgabe ist. Das heißt nicht, dass man schon alle Antworten hat oder dass es einfach ist. Aber es macht das zumindest sehr viel konkreter.

Justus Mache: Das finde ich auch. Alles klar, Sebastian …

Sebastian Esser: Entschuldigung …

Justus Mache: Bitte.

Sebastian Esser: Ich wollte nur noch dazu sagen: Diese 5 Prozent sind natürlich keine Wissenschaft. Ich habe wirklich mit mehreren Leuten im Team noch mal darüber geredet, wie aggressiv man diese Zahl vor sich hertragen darf. Jede Publikation, jedes Projekt ist ein bisschen anders. Aber nach unseren Daten kommen diese 5 Prozent ganz gut hin. Damit kann man wirklich ganz gut rechnen. Man kann natürlich hoffen, mehr Umsatz zu machen, wenn man die Preise optimiert, das Produkt optimiert, Reichweiten erhöht und so weiter. Aber mit diesen 5 Prozent kann man auf jeden Fall erst mal mit einer Art Bierdeckel-Rechnung loslegen.

Sebastian Esser: Und wie gesagt, wir haben jetzt auch Templates, die wir dazu verlinken, mit denen man das ganz einfach machen kann. Denn dann wird es natürlich noch ein bisschen komplexer. Es wird Leute geben, die churnen, also wieder abbestellen. Die muss man dann erst mal ersetzen. Wenn es länger wächst und der Churn hochgeht, dann muss das Wachstum entsprechend höher sein. Aber damit würde ich jetzt erst mal anfangen, weil das jeder versteht. Das kann jeder, sogar ich kann diesen Dreisatz im Kopf ausrechnen.

Justus Mache: Vielen Dank! Da kann ich jetzt noch mal meinen Taschenrechner rausholen und in mich gehen. Das ist ja einfach nachzuvollziehen, da kann sich jeder schnell einen Überblick verschaffen. Sebastian, vielen Dank, dass du uns darüber aufgeklärt hast. Mach's gut!

Sebastian Esser: Ciao!

Das Wichtigste in Kürze

  1. Rechne nicht mit deiner gesamten Reichweite, denn bis zu 70 Prozent deiner Besucher:innen schauen nur einmal vorbei; als Follower zählen rund 10 Prozent.
  2. Rund 5 Prozent deiner Follower werden zahlende Mitglieder, meist für 5 Euro im Monat.
  3. Sie zahlen erst, wenn sie dein Angebot mindestens fünfmal gesehen haben, deshalb gehört der Hinweis auf deine Mitgliedschaft dauerhaft in deine Inhalte.
  4. Möglicher Monatsumsatz = Follower × 5 Prozent × 5 Euro. Bei 1.000 Followern sind das 250 Euro.
  5. Für ein neues Projekt rechnest du rückwärts: Mindestumsatz ÷ 5 Euro = Mitglieder, Mitglieder × 20 = Follower, die du regelmäßig erreichen musst.

Rechner: Wie viel kannst du verdienen?

Die Faustregel aus dem Video: 5 Prozent der Menschen, die du regelmäßig erreichst, zahlen im Schnitt 5 Euro im Monat, wenn du sie fünfmal fragst. Zähl dafür Newsletter-Abonnent:innen, wiederkehrende Besucher:innen, Social-Media-Follower und Podcast-Downloads pro Folge zusammen und zieh Doppelte ab.

Mitglieder
50
Pro Monat
250 €
Pro Jahr
3.000 €

Umsatz vor Steuern und Gebühren. Rechenweg: Reichweite × Anteil × Preis.

Dafür brauchst du 200 Mitglieder und erreichst am besten rund 4.000 Menschen regelmäßig.

Bevor du eine Mitgliedschaft startest, willst du wissen, ob sich der Aufwand lohnt und wie viel Geld dabei herauskommen kann. Sebastian Esser antwortet darauf sehr konkret mit der Formel 3 × 5, die er im Video im Gespräch mit Justus Mache erklärt. Für die Rechnung brauchst du ein paar Zahlen aus deinen Kanälen und etwa 20 Minuten.

Die Faustregel: 3 × 5

Fünf Prozent der Menschen, die sich grundsätzlich für dein Angebot interessieren, zahlen meist fünf Euro im Monat. Sie tun das aber nur, wenn du sie mindestens fünfmal gefragt hast.

Die Fünf Was sie bedeutet
5 Prozent So viele deiner Follower werden zahlende Mitglieder.
5 Euro So viel zahlt ein Mitglied meist pro Monat.
fünfmal So oft müssen die Leute dein Angebot sehen, bevor sie zahlen.

Die 5 Euro sind nicht geschätzt. Auf Steady zahlen Mitglieder meist 5 Euro im Monat, im Schnitt gut 6 Euro (Stand 2026); im Video nennt Sebastian noch etwa 5,14 Euro. Oft ist mehr möglich. 5 Euro sind eher die Untergrenze, mit der du dich nicht verschätzt. Wie du deine eigenen Preise findest, steht in Was sind die richtigen Preise für Mitgliedschaften?

Schritt 1: Zähle deine Follower

Die 5 Prozent beziehen sich nicht auf deine gesamte Reichweite. Rund 95 Prozent deines Publikums werden nie zahlen, auch wenn sie regelmäßig deine Texte lesen oder deinen Podcast hören. Darüber musst du dich nicht ärgern, es ist nun einmal so.

Ein großer Teil deiner Besucher:innen ist Laufkundschaft, in der Branche One-Offs genannt. Sie stoßen über Google oder Social Media auf einen Artikel oder eine Episode, bleiben wenige Sekunden und kommen nie wieder. Nach Daten, die verschiedene Anbieter zusammengetragen haben, sind das 50 bis 70 Prozent. In deiner Statistik sorgen sie für hohe Besucherzahlen, doch die Wahrscheinlichkeit, dass sie zahlen, liegt bei null.

Rechnen solltest du mit deinen Followern. Von 100 Besucher:innen, die du in Google Analytics siehst, kommen etwa 10 regelmäßig wieder. Sie folgen dir auf Social Media, hören deinen Podcast oder abonnieren im besten Fall deinen Newsletter, sodass du ihnen direkt eine E-Mail schicken kannst. Aus dieser Gruppe kommen fast alle, die am Ende zahlen.

So schätzt du die Zahl deiner Follower:

  • Wie viele Nutzer:innen besuchen deine Website regelmäßig (wiederkehrende Besucher:innen)?
  • Wie viele Menschen erreichst du auf Instagram, Facebook, Twitter, Mastodon, LinkedIn, YouTube oder TikTok?
  • Wie oft wird eine Podcast-Episode im Schnitt heruntergeladen?
  • Wie viele Newsletter-Abonnent:innen hast du?

Zähl die Zahlen zusammen und zieh die Überschneidungen ab. Sebastian wettet, dass du für diese Zahl ein gutes Gespür hast. Das sind deine 100 Prozent. Hast du nur die Besuchszahlen deiner Website, hilft die Faustregel von oben: Von 100.000 Besucher:innen im Monat sind etwa 10.000 Follower.

Schritt 2: Rechne deinen möglichen Umsatz aus

Nun brauchst du zwei Multiplikationen:

  1. Follower × 5 Prozent = mögliche Mitglieder
  2. Mitglieder × 5 Euro = möglicher Monatsumsatz

Zwei Beispiele aus dem Video:

Follower Mitglieder (5 %) Umsatz pro Monat (× 5 €)
1.000 50 250 €
10.000 500 2.500 €

Ist dir das Ergebnis zu niedrig, hast du drei Hebel: Du kannst mehr Follower gewinnen, mit einem besseren Angebot mehr als 5 Prozent überzeugen oder einen höheren Preis verlangen. Kommt dir das Ergebnis hoch vor, etwa 1.000 Euro im Monat, rät Sebastian, sofort anzufangen. Die Zahl stimmt wahrscheinlich, und jeder Monat, den du wartest, wäre verschenkt. Mit dem Rechner auf dieser Seite kannst du verschiedene Werte ausprobieren.

Ein neues Produkt musst du für diese Follower nicht erst entwickeln. Sebastian geht davon aus, dass sie grundsätzlich bereit sind zu zahlen; wie dein Angebot im Einzelnen aussieht, findest du über Umfragen oder Gespräche heraus. Die Gegenleistungen zählen meist weniger, als man denkt. Mehr Gedanken solltest du dir über dein Mission Statement und dein Wertversprechen machen. Zu den Gegenleistungen steht mehr in Welche Gegenleistungen gehören in deine Mitgliedschaft?

Warum du fünfmal fragen musst

Die dritte Fünf übersehen viele. Deine Follower zahlen erst, wenn sie dein Angebot mindestens fünfmal gesehen haben. Du musst ihnen auf den Senkel gehen, und zwar so, dass es dir fast selbst unangenehm ist. Wenn du denkst, jetzt sei es zu viel, nehmen die Leute es gerade erst wahr. Das Internet ist groß, und in den Feeds rauscht alles vorbei. Niemand schenkt dir dieselbe Aufmerksamkeit wie in einem persönlichen Gespräch. Der professionelle Begriff für „auf den Senkel gehen“ lautet Marketing.

Bis alle deine Follower dein Angebot fünfmal gesehen haben, vergehen einige Monate. Zugleich kommen ständig neue Leute hinzu, die zunächst deine kostenlosen Inhalte nutzen, und auch sie musst du fünfmal ansprechen. Mit der ersten Kampagne ist die Arbeit deshalb nicht getan. Bau den Hinweis auf deine Mitgliedschaft dauerhaft in deine Inhalte ein. Wie du den Start planst, steht in Wie gewinnst du mit einer Membership-Kampagne zahlende Mitglieder?

Rückwärts rechnen: Wie viele Follower brauchst du?

Die Faustregel hat einen Nachteil: Sie eignet sich vor allem, wenn du schon ein größeres Publikum hast. Startest du ein neues Projekt bei null, kannst du nicht 5 Prozent von null Leuten gewinnen. Möglich ist es trotzdem, nur musst du dann planvoll Reichweite aufbauen.

Dafür drehst du die Rechnung um. Du gehst nicht von deiner Community aus, sondern von dem Betrag, den du mindestens brauchst. Gemeint ist nicht das Einkommen, das du gern hättest, sondern die Summe, ohne die du das Projekt lieber sein lassen würdest.

Im Beispiel aus dem Video brauchst du 1.000 Euro im Monat, um einen wöchentlichen Newsletter anbieten zu können.

  1. Teile den Mindestbetrag durch 5 Euro: 1.000 ÷ 5 = 200 Mitglieder. So viele willst du über einen längeren Zeitraum gewinnen, etwa im ersten Jahr.
  2. Diese 200 Mitglieder sind 5 Prozent deiner Follower. Multipliziere mit 20, um auf 100 Prozent zu kommen: 200 × 20 = 4.000 Follower.

Damit ist klar, was zu tun ist. Finde heraus, wie du regelmäßig 4.000 Menschen erreichst und zu Followern machst. Dann stellst du ihnen dein Angebot fünfmal vor und gewinnst 200 von ihnen als zahlende Mitglieder. Das ist ein Dreisatz und zugleich ein Businessplan. Er beantwortet nicht alle Fragen, macht deine Aufgabe aber sehr viel greifbarer.

Was die Rechnung nicht abbildet

Die 5 Prozent sind keine Wissenschaft, und jede Publikation ist etwas anders. Sebastian hat mit mehreren Leuten im Steady-Team darüber gesprochen, wie offensiv man die Zahl vertreten kann; nach seiner Erfahrung bei Steady kommt sie gut hin. Für eine erste Bierdeckel-Rechnung kannst du dich auf sie stützen.

Mehr Umsatz ist möglich, wenn du Preise und Angebot verbesserst und deine Reichweite vergrößerst. Die Wirklichkeit ist allerdings verwickelter. Manche Mitglieder kündigen wieder, und du musst sie ersetzen. Wächst dein Projekt länger und steigt die Kündigungsrate, der sogenannte Churn, muss dein Wachstum entsprechend höher sein. Was ein Mitglied über die gesamte Laufzeit wert ist, steht in Lifetime Value.

Für eine genauere Rechnung gibt es auf dieser Seite einen Bierdeckel-Businessplan als Google-Tabelle. Trag deine eigenen Annahmen ein; dann siehst du auch, dass brutto nicht gleich netto ist und dass sich dein Mitgliederstamm nur langsam aufbaut. Welche Steuern und Gebühren vom Preis abgehen, steht in der Lektion über Preise für Mitgliedschaften. Ausführlicher beschreibt Sebastian die Rechnung in der Blaupause-Ausgabe Was würdest du verdienen? Die magische Membership-Formel.

Material zur Lektion

Häufige Fragen

Wie viel kann ich mit einer Mitgliedschaft verdienen?

Das hängt vor allem von der Zahl deiner Follower ab, also der Menschen, die du regelmäßig erreichst. Als Faustregel zahlen rund 5 Prozent von ihnen meist 5 Euro im Monat. Bei 1.000 Followern sind das etwa 250 Euro, bei 10.000 Followern etwa 2.500 Euro im Monat.

Wie berechne ich den Umsatz einer Membership?

Schätze zuerst, wie viele Menschen du über Website, Newsletter, Podcast und Social Media regelmäßig erreichst, und zieh Überschneidungen ab. Nimm davon 5 Prozent und multipliziere das Ergebnis mit 5 Euro. Das ist dein möglicher Monatsumsatz, vorausgesetzt, du stellst dein Angebot allen mindestens fünfmal vor.

Wie viele Follower brauche ich für 1.000 Euro im Monat?

Etwa 4.000. Teile 1.000 Euro durch 5 Euro pro Mitglied, das ergibt 200 Mitglieder. Wenn diese 200 Mitglieder 5 Prozent deiner Follower sind, brauchst du zwanzigmal so viele, also 4.000 Follower.

Wie viel zahlen Mitglieder im Durchschnitt?

Auf Steady zahlen Mitglieder meist 5 Euro im Monat, im Schnitt gut 6 Euro (Stand 2026). Für die Faustregel rechnest du deshalb vorsichtig mit 5 Euro. Oft ist mehr möglich, 5 Euro sind eher die Untergrenze.

Wie verlässlich ist die 5-Prozent-Regel?

Sie ist eine Faustregel, keine Wissenschaft, und jede Publikation ist etwas anders. Nach der Erfahrung von Steady kommen die 5 Prozent laut Sebastian Esser aber gut hin. Für eine erste Bierdeckel-Rechnung kannst du dich darauf stützen.

Passt dazu

Coach

Justus Mache

Media Maker Success bei Steady

Justus hilft bei Steady Medienmacher:innen dabei, Mitgliedschaften zu starten und dauerhaft zu betreiben. Im College erklärt Justus, wie du Preise, Pakete und Gegenleistungen festlegst.

Coach

Sebastian Esser

Gründer von Steady

Sebastian hat Krautreporter mitgegründet, das Magazin, das von seinen Mitgliedern finanziert wird, und schreibt den Newsletter Blaupause. Im College erklärt Sebastian, wie Mitgliedschaften funktionieren.