Mit der Paywall stellst du deinen Leser:innen zum ersten Mal einen Preis in den Weg. Vor dem Start entscheidest du deshalb drei Dinge: was das kleinste Paket kostet, wie du Monat und Jahr anbietest und welchen Grund du den Leuten gibst, am ersten Tag zu kaufen statt irgendwann. Wie du deine Preisspanne mit einer Umfrage findest, steht in Preise festlegen. Wie du daraus Pakete baust, steht in Pakete gestalten. Hier geht es um den Start auf deiner Website und um die Steady-Werkzeuge dafür.
Der Startpreis: lieber etwas zu hoch als zu niedrig
Bei Steady zahlen Mitglieder im Schnitt rund 5 Euro im Monat. Kleine Projekte verlangen meist zwischen 5 und 10 Euro. Technisch sind Pakete ab 3 Euro möglich. Davon gehen aber Mehrwertsteuer, Zahlungsgebühren und die Steady-Gebühr ab, zusammen rund 30 bis 40 Prozent. Deshalb sollte kein Paket weniger als 5 Euro kosten.
Der häufigere Fehler ist ein zu niedriger Preis. Beim Start wiegt er doppelt, denn ein Paket hat bei Steady einen festen Preis. Senken kannst du ihn nicht, du kannst nur ein neues, günstigeres Paket anlegen. Erhöhen geht, aber höchstens einmal in zwölf Monaten und für alle Mitglieder des Pakets. Schwankst du zwischen zwei Preisen, nimm den höheren.
Einführungspreise, die nach ein paar Monaten von selbst steigen, gibt es bei Steady nicht, auch keinen Rabatt nur fürs erste Jahr und keine Einmalzahlungen. Leg den Startpreis also so fest, wie er bleiben soll. Mehr als drei Pakete brauchst du dafür nicht. Die Paywall zeigt alle sichtbaren Pakete direkt unter deiner Überschrift, und jede weitere Wahlmöglichkeit verzögert die Entscheidung.
Monat und Jahr: beides anbieten, das Jahr bewerben
Monatliche Mitgliedschaften bringen mehr Abschlüsse, jährliche halten länger. In diese Richtung weisen auch große Auswertungen aus der Abo-Branche. Das liegt an der Abbuchung. Jede ist ein Anlass zu kündigen, und wer monatlich zahlt, hat zwölf davon im Jahr. Biete deshalb beides an und lenk den Blick auf das Jahr.
Steady nennt im Hilfe-Center weitere Gründe für Jahresmitgliedschaften. Das Geld für zwölf Monate ist gesichert, und es fallen weniger Zahlungsgebühren an. Das Mitglied zahlt den Jahresbeitrag vorab, du bekommst ihn monatlich ausgezahlt.
So setzt du das um:
- Gib den Jahrespreis als Monatsbetrag ein. Steady multipliziert ihn mit zwölf, der Checkout zeigt die Ersparnis.
- Wähle 15 bis 25 Prozent Rabatt gegenüber zwölf Monatsbeiträgen und runde Beträge wie 5 oder 6 Euro.
- Ob Monat, Jahr oder beides angeboten wird, gilt bei Steady immer für alle Pakete. Welches Intervall vorausgewählt ist, legt Steady fest.
- Das Jahr bewirbst du mit deinen eigenen Worten: auf der Mitgliederseite („Mitglied ab 5 Euro im Monat bei jährlicher Zahlung“) und in deinen Mails.
Zeigt deine Statistik nach einigen Monaten, dass Monatsmitglieder früh wieder gehen, darf der Rabatt größer sein. Der Abo-Experte Sascha Bossen rät dann, den Jahrespreis an der durchschnittlichen Haltedauer der Monatszahler auszurichten, plus ein oder zwei Monate. Wie du diese Zahlen liest, steht in Zahlen und Tests.
Das Gründungsangebot: ein Grund, heute zu kaufen
Ohne Frist verschieben viele die Entscheidung, und dieses Später kommt selten. Ein Gründungsangebot setzt die Frist. Steady hat dafür zwei Werkzeuge, die du kombinierst.
- Countdown-Paket. Ein Paket mit Ablaufdatum. An diesem Tag blendet Steady es automatisch aus, danach kann es niemand mehr kaufen. Wer es gekauft hat, bleibt Mitglied und zahlt weiter denselben Preis.
- Paket-Ziel. Du legst fest, wie viele Mitglieder ein Paket gewinnen soll, eine Art kleines Crowdfunding. Die Paketkarte auf deiner Steady-Seite zeigt den Stand als „X von Y“. Ist das Ziel erreicht, bleibt das Paket offen.
Daraus lassen sich zwei Angebote bauen. Das erste ist ein Gründungspreis: Das Countdown-Paket kostet etwas weniger als dein reguläres Paket, und der Preis gilt für die Gründungsmitglieder dauerhaft. So entsteht ein Einführungsangebot, das niemanden später mit einer Erhöhung überrascht. Das zweite ist eine Gründungsstufe über deinem regulären Preis, für Leute, die zum Start mehr geben wollen. Hier trägt das Ziel das Angebot, etwa „100 Gründungsmitglieder“.
Eine Uhr, die auf deiner Website rückwärts läuft, hat Steady nicht. Die Frist steht nur dort, wo du sie hinschreibst:
- im Namen des Pakets, etwa „Gründungspaket (bis 31. Oktober)“, damit sie in der Paywall und im Checkout zu sehen ist;
- auf deiner Mitgliederseite, zusammen mit dem aktuellen Stand des Ziels;
- im Announcement-Layer, der auf die Mitgliederseite führt;
- in deinen Mails, mit der Paket-URL, die direkt in den Kauf dieses Pakets führt.
Für das Ziel hilft die Faustregel 3 × 5 aus Bist du bereit?: Rund 5 Prozent deiner treuen Community zahlen, wenn du sie etwa fünfmal fragst. Wähle für die Startwochen eine Zahl, die du erreichen kannst. Setz Fristen sparsam ein, sonst glaubt sie niemand mehr. Wie du die Startwochen mit Mails und Ankündigungen füllst, steht in Die ersten 30 Tage.
Ein Beispiel für ein kleines Projekt
Ein Lokalnewsletter mit 3.000 Abonnent:innen startet eine Paywall auf seiner Website. Nach der Faustregel kämen auf Dauer rund 150 zahlende Mitglieder in Frage. Für die drei Startwochen setzt die Redaktion ein Ziel von 100 Gründungsmitgliedern.
| Paket | monatlich | jährlich, pro Monat | im Jahr | Rabatt | sichtbar |
|---|---|---|---|---|---|
| Gründungspaket (bis 31. Oktober, Ziel 100) | 6 Euro | 5 Euro | 60 Euro | 17 Prozent | nur in den Startwochen |
| Mitglied | 8 Euro | 6 Euro | 72 Euro | 25 Prozent | immer |
| Förderpaket mit zwei Gastzugängen | 15 Euro | 12 Euro | 144 Euro | 20 Prozent | immer |
In den Startwochen sind das drei Pakete, danach zwei. Das Gründungspaket enthält dasselbe wie „Mitglied“, nur günstiger und mit Frist. Wer zögert, sieht direkt daneben, was es nach dem 31. Oktober kostet. Das Förderpaket lässt die anderen beiden günstig wirken und begründet den höheren Preis mit mehr Zugängen, wie in Pakete gestalten beschrieben. Kommen 100 Gründungsmitglieder zusammen, die jährlich zahlen, sind das 500 Euro im Monat, für ein Jahr gesichert.
Probezeit und Sonderangebote
Eine Probemitgliedschaft dauert bei Steady 7 oder 30 Tage und ist kostenlos. Kündigt die Person nicht vorher, wird danach automatisch abgebucht. Jede Person bekommt sie nur einmal, in der Paywall steht sie ganz oben. Steady rät dazu vor allem, wenn du exklusive Inhalte für Mitglieder hast, die man in der Probezeit kennenlernen kann. Ob 7 oder 30 Tage mehr bringen, darüber widersprechen sich die Studien. Probier eine Variante aus und vergleich nach vier Wochen. Schaltest du die Probezeit ein oder aus, überschreibt Steady die Knopftexte aller Pakete. Prüf sie danach, mehr dazu in Paywall texten.
Gutscheine und Rabattcodes gibt es bei Steady nicht. Ein Sonderangebot baust du als verstecktes Paket mit eigenem Preis. Es erscheint weder auf deiner Steady-Seite noch im Checkout oder in der Paywall, lässt sich aber über seinen Link kaufen. Das passt für ein Angebot an die Leser:innen eines Partners, für ein Dankeschön an deine Newsletter-Abonnent:innen oder für eine automatische Mail an Leute, die einen Kauf abgebrochen haben. Auch ein ermäßigtes Paket, etwa für Studierende, kann so laufen; einen Nachweis prüft Steady nicht.
Später nachbessern: Preise erhöhen
Dein Startpreis ist kein Urteil für immer. Steady kann Preise erhöhen, mit klaren Regeln:
- höchstens einmal in zwölf Monaten pro Paket;
- neue Mitglieder zahlen sofort den neuen Preis;
- bestehende Mitglieder zahlen ihn ab ihrer Verlängerung, frühestens 30 Tage nach der Ankündigung, die Steady ihnen schickt.
Weil eine Erhöhung immer nur für ein Paket gilt, bleibt dein Gründungspaket davon unberührt. Erhöhst du nach einem Jahr „Mitglied“ von 6 auf 7 Euro, zahlen die Gründungsmitglieder weiter 5 Euro. Versprich ihnen das nur, wenn du es halten willst. Schau dir deine Preise einmal im Jahr an. Wer dich schon unterstützt, achtet weniger auf den Preis als auf das, was du lieferst.
