Ob jemand zahlt, entscheidet sich an zwei Stellen deiner Website: an der Paywall eines Textes und auf deiner Mitgliederseite. An der Paywall schreibst du bei Steady wenig selbst, auf der Mitgliederseite fast alles. Wie du Steady technisch einbindest, steht in Steady auf deiner Website. Wie du Pakete zusammenstellst, steht in Pakete gestalten.
Was die Paywall zeigt und was du daran änderst
Seit September 2026 ist die Paywall auf Steady und auf deiner Website dieselbe, und sie lässt sich nicht mehr wegklicken. Von oben nach unten zeigt sie:
- „Schon Mitglied? Anmelden“ für alle, die bereits zahlen,
- deine Überschrift mit höchstens 60 Zeichen,
- deine Pakete mit ihren Vorteilen und einem Knopf je Paket,
- die kostenlose Option, wenn die Registration Wall eingeschaltet ist: Wer nicht zahlen will, schaltet den Text einmal gegen seine E-Mail-Adresse frei.
Bietest du eine Probemitgliedschaft an, steht sie in der Paywall an erster Stelle. Nach dem Kauf landen Leser:innen wieder im Text. Eigene Absätze oder Bilder kannst du nicht ergänzen; du arbeitest mit der Überschrift, den Paketen und den Knopftexten (Hilfe-Center).
Eine Paketseite zwischen Paywall und Kauf brauchst du nicht. Steady hat im Sommer 2026 dreizehn Wochen lang verglichen: Mit den Paketen direkt in der Paywall kamen 0,85 bezahlte Mitgliedschaften auf 1.000 Paywall-Ansichten, mit einer Weiterleitung auf eine eigene Seite 0,82. Beides wirkt gleich gut, der direkte Weg spart einen Klick.
Die Überschrift: weiterlesen, kostenlos, unterstützen
Für die Überschrift gibt Steady drei Ratschläge. Beginne mit dem Weiterlesen, nicht mit der Einschränkung. Nenne die kostenlose Option, wenn die Registration Wall eingeschaltet ist. Und beschreibe das Zahlen als Unterstützung, nicht als Kauf eines Zugangs. Neos Kosmos, ein kleines griechisch-australisches Medium, gewann mehr Mitglieder, als es um Unterstützung bat, statt Zugang zu versprechen (journalism.co.uk, 2022).
Schreib „kostenlos“ aus. Das Wort „weiterlesen“ allein lässt offen, ob es etwas kostet.
Beispiele für ein erfundenes Lokalmedium namens Elbtal-Notizen:
| Überschrift | Zeichen | Was sie leistet |
|---|---|---|
| „Unterstütze die Elbtal-Notizen oder lies kostenlos weiter“ | 57 | Unterstützung und Gratis-Option in einem Satz |
| „Lies weiter: als Mitglied oder einmal kostenlos“ | 47 | beginnt mit dem Weiterlesen, kurz genug fürs Handy |
| „Weiterlesen? Unterstütze uns oder schalte gratis frei“ | 53 | nennt beide Wege als Wahl |
| „Lies weiter und hilf, dass es uns nächstes Jahr noch gibt“ | 57 | für Paywalls ohne Registration Wall |
Weniger gut sind „Dieser Inhalt ist nur für zahlende Mitglieder“, weil der Satz mit der Einschränkung beginnt, und „Jetzt Premium-Zugang sichern!“, weil er Zugang verkauft und nach Werbung klingt. Tausch die Überschrift ab und zu aus, damit Stammleser:innen sie wieder wahrnehmen. Ob die neue Fassung besser wirkt, zeigt ein Vorher-nachher-Vergleich, beschrieben in Zahlen und Tests.
Pakete und Knöpfe: wenige, kurz, konkret
Die Texte unter der Überschrift schreibst du in den Paketeinstellungen von Steady.
- Höchstens drei Pakete. Mehr Auswahl überfordert. Leser:innen sollen weder rechnen noch lange vergleichen müssen, schreibt Sascha Bossen, der über Abo-Wachstum bei Verlagen bloggt, in seinem Acht-Schritte-Plan für die Paywall. Steady sortiert die Pakete nach Preis.
- Höchstens drei Vorteile pro Paket, eine Zeile pro Vorteil. In fünf Sekunden muss klar sein, was man bekommt, was es kostet und warum es zählt. „Jeden Freitag die Tagesordnung des Stadtrats erklärt“ sagt mehr als „exklusive Inhalte“. Was Mitglieder bekommen können, steht in Gegenleistungen.
- Kein Kaffee-Vergleich. „Für den Preis eines Kaffees“ macht dein Angebot klein. Mach ein selbstbewusstes, faires Angebot.
- Knopftexte bis 21 Zeichen. Jedes Paket hat seinen eigenen. Bossen rät zu niedrigschwelligen Wörtern wie „Testen“ oder „Weiter“ statt „Abonnieren“. Ein klares „Mitglied werden“ passt ebenso. Die Unterstützung gehört in die Überschrift, auf den Knopf gehört die Handlung. Achtung: Schaltest du die Probemitgliedschaft an oder ab, überschreibt Steady die Knopftexte aller Pakete. Prüf sie danach.
- Das Jahr anbieten. Schalte Monat und Jahr ein; Steady zeigt beim Kauf, wie viel man mit dem Jahr spart. Jahresmitglieder kündigen seltener, weil sie nicht jeden Monat eine Abbuchung sehen. Üblich sind 15 bis 25 Prozent Rabatt. Krautreporter setzt laut Membership Guide auf das Jahr, weil viele Monatsmitglieder nur für ein paar Artikel kamen und bald kündigten. Wie du Preis und Rabatt festlegst, steht in Preise zum Start.
Die Mitgliederseite: eine Adresse für alle Hinweise
Nicht alle kommen über eine Paywall. Wer deinen Newsletter liest oder im Menü auf „Mitglied werden“ klickt, braucht eine Seite, auf der alles steht. Leg dafür eine eigene Unterseite an, etwa /mitglied-werden, und bette dort den Steady-Checkout ein, das Kaufformular mit all deinen Paketen. Die Startseite geht dafür nicht, und auf derselben Seite darf keine Paywall stehen. Auf einer Seite mit Checkout blendet Steady keine Layer ein, so stört beim Bezahlen nichts.
Dann führst du jeden Hinweis auf diese Adresse: den Menüpunkt, den Satz am Ende jedes Newsletters, den Announcement-Layer, deine Profile in sozialen Netzwerken und die Mails deiner Startkampagne. Zwei Werkzeuge helfen dabei:
- Danke-URL. Für den Checkout legst du eine eigene Danke-Seite auf deiner Website fest. Dort steht, was neue Mitglieder als Erstes tun können, etwa deine drei besten Texte für Mitglieder lesen. Was in die ersten Tage gehört, steht in Die ersten 30 Tage.
- Paket-URL. Ein Paket vorauswählen kann der Checkout nicht. Willst du für ein bestimmtes Paket werben, verlinkst du seine Paket-URL; sie führt direkt in den Kauf genau dieses Pakets.
Was auf der Mitgliederseite steht
Der Membership Guide, eine Sammlung von Forschung zu Mitgliedschaften im Journalismus, nennt drei Grundsätze. Die Seite sieht aus wie der Rest deiner Marke. Sie wiederholt, was eine Mitgliedschaft möglich macht. Und sie kommt schnell zum Bezahlen, denn wer hier landet, ist schon interessiert; Einzelheiten und Fragen folgen danach.
Dazu kommen Erfahrungen von Steady:
- Gib der Mitgliedschaft einen Namen, nah an deiner Marke, aber nicht gleich, etwa „Elbtal-Notizen Club“ oder „Elbtal-Notizen+“. Ihn kannst du in jedem Newsletter wiederholen. Ein Aufruf wie „Unterstütze uns!“ ist kein Name.
- Überschrift und die ersten Sätze sind die erste Einladung. Entscheide vorher, ob du etwas verkaufst, um Unterstützung bittest oder beides.
- Schreib in der Ich-Form, im Team in der Wir-Form, nicht über dich in der dritten Person. Ein Foto, auf dem du in die Kamera schaust, schafft Vertrauen.
- Fass dich kurz. Ob jemand Mitglied wird, entscheidet sich meist dort, wo die Leute dir ohnehin folgen. Die Seite bestätigt dieses Vertrauen, etwa mit Zitaten von Mitgliedern.
- Zeig die Zahl deiner Mitglieder nur als Teil der Mission: „Das ermöglicht ihr.“
- Den Text im Kaufformular stellt Steady. „Jederzeit kündbar“ schreibst du deshalb selbst unter den Checkout.
So kann die Mitgliederseite der Elbtal-Notizen aussehen:
- Name und Überschrift: „Der Elbtal-Notizen Club: Lokaljournalismus, den ihr möglich macht“
- Drei Sätze in Ich-Form, daneben ein Foto: wer du bist, worüber du berichtest und was du mit dem Geld vorhast.
- Was die Mitgliedschaft möglich macht: ein Satz zur Mission, auf Wunsch mit der Zahl: „[Zahl] Mitglieder finanzieren schon …“
- Die Pakete im Checkout, darüber ein Satz zum Jahresangebot, darunter „Jederzeit kündbar. Bezahlen per Karte, PayPal, Apple Pay oder Lastschrift.“
- Was du bekommst, mit Beispielen: Links zu drei Texten hinter der Paywall, die zeigen, wofür Mitglieder zahlen.
- Stimmen von Mitgliedern: zwei oder drei kurze Zitate mit Namen.
- Fragen und Antworten: Wie kündige ich? Worin unterscheiden sich die Pakete? Kann ich eine Mitgliedschaft verschenken?
- Noch einmal der Knopf: „Mitglied werden“, ein Link, der zurück zu den Paketen springt.
Den Kaufweg selbst gehen
Den Kaufweg stellt Steady, er beginnt aber auf deiner Website. Prüf ihn deshalb selbst.
- Abgemeldet testen. Wer bei Steady als Medienmacher:in angemeldet ist, sieht alle Texte vollständig und keine Layer. Nimm ein privates Browserfenster.
- Am Handy testen. Bei vielen Medien kommt mehr als die Hälfte der Leser:innen über das Handy, und dort wird seltener gekauft, schreibt Bossen. Prüf, ob die Überschrift gut lesbar auf den Bildschirm passt und ob sich die Knöpfe mit dem Daumen treffen lassen.
- Andere kaufen lassen. Der Membership Guide rät, vor dem Start zwei bis drei Leute den vollständigen Kaufweg gehen zu lassen, am Rechner und am Handy. Lass sie einmal über die Paywall eines Textes kaufen und einmal über die Mitgliederseite. Achte darauf, ob sie auf deiner Danke-Seite landen oder zurück im Text.
- Jeden Hinweis anklicken. Menü, Newsletter, Announcement-Layer und Profile in sozialen Netzwerken sollten alle auf die Mitgliederseite führen.
Läuft alles, kündigst du deine Mitgliedschaft an.
