Lektion 5 von 11 · Newsletter starten und Geld verdienen

Wie baust du einen Newsletter-Funnel für deine Mitgliedschaft?

Ein Newsletter-Funnel führt Leute von deinen kostenlosen Beiträgen über den Newsletter zu deiner Mitgliedschaft. Nach der Donut-Methode von Victoria Weber erinnerst du regelmäßig an dein Angebot, ohne aufdringlich zu sein, etwa in jedem fünften Beitrag, in einer automatischen Willkommensserie und mit Hinweisen in deinen Profilen, die du einmal einrichtest.

Video 25:30Lesezeit 7 Min.Mit Sebastian Esser und Victoria WeberStand:

Beim Abspielen lädt das Video von YouTube. Dabei gelten die Datenschutzregeln von Google.Auf YouTube ansehen

Transkript lesenAutomatisch erstellt und bereinigt

0:00Der Funnel in seiner kleinsten Form

Sebastian Esser: Ich freue mich ganz besonders über unseren heutigen Gast: Victoria Weber. Hallo, Victoria!

Victoria Weber: Hallo!

Sebastian Esser: Victoria ist Host des Creator Way Podcasts und damit Expertin auf einem Gebiet, das, glaube ich, alle, die dieses Video schauen, total interessiert: Creator-Businesses und Creator-Vermarktung. Ich freue mich ganz besonders, dass du uns heute etwas mitgebracht hast. Wir reden nämlich über den Funnel in seiner kleinsten denkbaren Form. Und du hast uns, glaube ich, auch eine Präsentation mitgebracht, Victoria?

Victoria Weber: Genau.

Sebastian Esser: Leg gerne los.

Victoria Weber: Okay. Wir schauen uns heute den simplen Mini-Funnel an, wie ich ihn genannt habe. Beim Wort Funnel sind viele immer schon ein bisschen abgeschreckt, weil das so expertig klingt und für manche auch sehr abgespaced. Und auch ein bisschen komisch, weil man vielleicht noch nicht mit diesem Thema in Berührung gekommen ist. Außerdem benutzen sehr viele sehr unangenehme Leute online ständig das Wort Funnel. Lasst euch davon nicht abschrecken.

Victoria Weber: Deswegen heißt es auch Mini: Man soll das lieber erledigen und sich anschauen, als es zu kompliziert zu machen. Man kann bei solchen Geschichten wirklich unendlich kompliziert werden. Aber wir wollten den kleinstmöglichen Funnel zeigen, den man auch wirklich aufbauen kann, wenn man sagt: Okay, ich habe eine gewisse Reichweite, ich möchte die Leute jetzt in meine Mitgliedschaft bekommen. Wie kann ich damit anfangen? Das Motto ist, wie gesagt, immer: lieber klein anfangen und erst einmal kleine Schritte gehen, als gar nichts zu machen. Denn die meisten Leute denken, sie müssten erst das gesamte Ding auf die Beine gestellt haben.

Victoria Weber: Kurz noch zu mir. Die nette Vorstellung gab es ja eben schon: Ich bin Victoria, das sieht man auch auf dem Bild, und das ist genau mein natürlicher Lebensraum: ich mit meinem Laptop. Damit mache ich wirklich sehr viel. Ich habe selbst ein Creator-Business, in dem es viel um das Thema Websites geht. Und ich habe den Creator Way Podcast, wie eben schon gesagt wurde, in dem ich den ganzen Tag Leute interviewe, die sich so ein Business auf ganz unterschiedliche Art aufbauen. Deswegen kann ich zu diesem Thema den ganzen Tag reden, das mache ich auch am liebsten. Und deswegen freue ich mich total, diesen Basic-Funnel hier einmal zu zeigen.

2:03Die Donut-Methode: Die Leute müssen öfter sehen, was es gibt

Victoria Weber: Der Grundgedanke ist relativ einfach. Aber es ist auch der Gedanke, mit dem sich die meisten Leute total schwertun: Man muss öfter sehen, was es gibt. Wenn man zum Beispiel sagt, ich möchte eine Membership verkaufen, oder eigentlich egal was: Die Leute müssen öfter sehen, dass es das gibt. Denn ganz oft ist man vielleicht gerade nicht in der Stimmung. Oder man hat schon lange darüber nachgedacht, und es fehlt einem noch der Grund. Es braucht dieses Konstante, das immer ein bisschen im Hintergrund und im Hinterkopf schwebt: Da gibt es etwas, das ich theoretisch haben und kaufen könnte. Daran muss man die Leute aktiv erinnern.

Victoria Weber: Das fällt sehr vielen schwer, vor allem denen, die teilweise über Jahre viel Gratis-Content gemacht haben und dann zum ersten Mal denken: Wow, jetzt muss ich etwas verkaufen. Dann kommt die Verkrampfung. Dabei ist es relativ locker und lässig, wenn man erst einmal ein bisschen reingekommen ist.

Victoria Weber: Deswegen habe ich auch dieses Bild reingesetzt. Stell dir vor, du läufst durch den Park und hast gerade gegessen. Dann kommt jemand, will dir Donuts andrehen und läuft total penetrant hinter dir her: „Hier, Donut! Hier, Donut!“ Und du denkst: Nee, ich habe gerade gegessen. Das ist etwas ganz anderes als diese typischen Strandverkäufer. Da liegt man schon drei Stunden herum, ist total ausgehungert und freut sich, wenn ein Donut-Verkäufer vorbeiläuft. Die kommen auch gar nicht zu einem selbst, sondern laufen am Strand entlang. Und die Leute, die etwas wollen, kommen zu ihnen und wollen dann auch diesen Donut. So kann man sich das ungefähr vorstellen.

Victoria Weber: Ich finde, man kann sich auch für sich selbst überlegen: Wie mache ich das, ohne dass ich mir unangenehm vorkomme? Denn das ist natürlich super wichtig, und es ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe, der viele davon abhält. Was das Ganze auch schwierig macht: Viele, die das zum ersten Mal angehen, haben ihre Content-Sachen. Diese dunklen Punkte stehen für die verschiedenen Content-Stücke oder auch Kanäle. Und ganz selten, deswegen dieser ganz kleine graue Pfeil, traut man sich, in einem Content-Stückchen auf die Mitgliedschaft hinzuweisen, und denkt sich: Oh, hier, wenn ihr möchtet, könnt ihr vielleicht … Und das ist nicht genug.

Victoria Weber: Wenn man so ein Ding wirklich größer machen will und sagt, jetzt rühre ich die Werbetrommel, dann muss man dafür sorgen, dass es bei allen Content-Stücken, Content-Kanälen und allem, was man da draußen macht, diese Überschneidungspunkte gibt, an denen man sagt: Hier ist meine Mitgliedschaft. Ob der Überschneidungspunkt total groß ist oder ob man das nur ab und zu am Rand erwähnt, muss man für das einzelne Stück Content oder die einzelne Plattform überlegen. Wichtig ist, dass man immer weiß: Wir haben dieses zentrale Ding, und das soll beworben werden. Man kann zum Beispiel auch sagen: Wir haben nur wenige Formate oder Plattformen, die explizit darauf hinweisen, und bei den anderen macht man nur ab und zu einen kleinen Kommentar dazu. Aber sich das einmal überlegt zu haben, hilft total. Damit man nicht gar nichts macht oder nur darauf hinweist, wenn es einem gerade einfällt.

4:48Der simple Funnel und die innere Hürde

Victoria Weber: Jetzt zum simplen Funnel. Der ist relativ einfach. Die Kreise oben hast du eben gesehen, sie stehen jeweils für ein Stück Content. Diese kleinen pinken Punkte, also jedes Mal, wenn man auf die Mitgliedschaft hinweist, würde ich typischerweise wirklich einstreuen. Da können wir, Sebastian, gleich noch zusammen einhaken. Auf dem Bild sieht man: Wenn man mit dem Content direkt auf die Mitgliedschaft hinweist, ist das ein Weg. Man kann aber auch einen Zwischenweg wählen und die Leute über eine E-Mail-Sequenz hineinholen, wenn man sie zum Beispiel erst einmal in den Newsletter holen möchte. Und da ist natürlich die Frage: Beobachtest du auch, dass sich viele Leute ein bisschen schwertun, vor allem mit dem direkten Weg? Oder ist das nur meine Erfahrung?

Sebastian Esser: Oh mein Gott, alle. Ich weiß nicht, ob es überall bei Creator-Businesses so ist. Aber gerade bei Steady kommen ganz viele Leute vom Inhalt und nicht von der Vermarktung. Sie haben das nicht gelernt. Es geht ja auch andersherum: Man kann sich als Vermarktungsmensch zuerst überlegen, was für ein Produkt man sich ausdenken könnte. Aber bei uns kommen die Leute meistens vom Produkt her. Und sie haben sich, wie du sagst, oft jahrelang das Gegenteil antrainiert und sollen es auf einmal ganz aktiv ansprechen. Das ist ohnehin psychologisch schwierig. Hast du Tipps, wie man über diese Psycho-Hürde in sich selbst hinwegkommt? Über diese innerliche Abwehr dagegen, für die eigene Arbeit zu werben, die ja immer sehr nah an einem selbst ist? Das kommt einem zumindest am Anfang immer ein bisschen verkehrt vor.

Victoria Weber: Ich glaube, was sehr hilft, wenn man schon etwas hat, das man verkauft hat, also nicht ganz neu startet: sich anzuhören, was die Leute dazu zu sagen haben. Bei den allermeisten ist es wirklich so, dass sich die Leute freuen, solange man keine komischen Sachen gemacht hat. Und gerade bei einer Mitgliedschaft wollen einen viele supporten. Die freuen sich. Man gibt ihnen quasi ein Stück Glücksgefühl, wenn sie sagen: Cool, ich bin ein kleiner Supporter und trage dazu bei, dass diese Person weitermachen kann. Es hilft, vom Gefühl einer Bürde wegzukommen. Das ist so, als würde man seinen Lieblingsverein unterstützen, da sagt man ja auch: Yeah, voll gut. Man kann es als kleines Stück Glücksgefühl für denjenigen sehen, der sagt: Ich möchte dieses Ding supporten, ich möchte deine Mitgliedschaft abschließen. Diese Seite kann man sich ruhig vor Augen rufen.

Victoria Weber: Was auch immer hilft: zu schauen, welches positive Feedback man schon bekommen hat. Wenn man in seine DMs schaut, oder wo auch immer man Content hat, sieht man: Da sind ganz viele Leute, die schreiben, boah, voll tolle Sachen, und dies und das. Dann merkt man: Okay, ich gebe diesen Wert, und dann darf ich auch bereit sein, etwas zurückzubekommen, wenn Leute sagen, ich würde dir super gerne etwas geben. Das sehe ich bei mir selbst ganz oft. Ich habe sehr viel Gratis-Content, und dann kommen teilweise nach Jahren Leute und schreiben mir: Ich habe jetzt so viel mit diesem Content gemacht, gibt es nicht irgendeinen Weg, dir Geld zu geben? Ich habe zwar auch Produkte, aber wenn jemand die nicht braucht, fragen mich ab und zu wirklich Leute: Wie kann ich dir Geld geben? Es gibt also immer einen Anteil der Leute, die so gerne würden. Und wenn man sie nicht darauf hinweist, wie es geht, haben sie fast schon Schuldgefühle einem gegenüber.

8:12Tipp 1: Wie oft du auf dein Angebot hinweist

Sebastian Esser: Das ist interessant. Hast du eine Daumenregel, wie oft man so etwas einstreuen kann, ohne dass es nach zu viel klingt?

Victoria Weber: Eine feste Regel gibt es sicher nicht. Aber ich glaube, in der Grafik ist es schon relativ gut getroffen: Ungefähr eins von fünf ist wahrscheinlich gar nicht schlecht. Gar nicht darauf hinzuweisen, würde ich nicht empfehlen. Der eigentliche Tipp ist meiner Meinung nach, die Formate so zu überlegen, dass es ganz natürlich mit einfließt. Dass man gar nicht sagt: Hier ist mein Verkaufs-Content und hier ist mein organischer Content. Dazu kommen wir am Ende noch, wenn es darum geht, wie sich das schließt. Im besten Fall ist es so: Wenn man eine Mitgliedschaft hat, kann man darüber reden, was man da gerade wieder vorbereitet oder teilt.

Victoria Weber: Das machen zum Beispiel sehr viele Leute sehr schlau bei Newslettern: Sie teasern das an und sagen, morgen gibt es die und die Themen, wenn du das im Detail möchtest, dann … Oder man reißt eines von fünf Themen an, die man dann besprechen wird. Man kann also Sachen anteasern, den Leuten gleichzeitig schon einen kleinen Wert liefern und dann sagen: Okay, wenn es dich noch mehr interessiert … Das ist dann kein Content, der nur sagt: Kauf jetzt meine Mitgliedschaft. Solche Teaser funktionieren sehr gut.

Sebastian Esser: Das heißt, du baust das quasi in deinen Contentplan mit ein.

Victoria Weber: Ja. Und was natürlich auch cool ist: Für alle, die einen Newsletter haben, kann man auf der E-Mail-Ebene noch etwas machen. Das ist in dieser Grafik auch ein bisschen gezeigt. Wenn man sich wirklich schwer damit tut, in seinem Content allzu oft direkt auf das Angebot hinzuweisen, kann man zum Beispiel einen Kanal wie eine E-Mail-Liste verwenden, um das langsam aufzubauen. Wenn man einen Gratis-Newsletter hat, wird eben regelmäßig in diesem Newsletter darauf hingewiesen. Dann muss man das nicht selbst aktiv machen, sondern, dazu kommen wir gleich, man kann das auch automatisiert machen. Das fällt vielen Leuten leichter, weil man sich nicht immer selbst in die Kamera stellen und das Ding promoten muss.

Sebastian Esser: Super. Das empfehlen wir auch total: auf E-Mails zu setzen. Gerade in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, zu kontrollieren, wie oft man wen auf Social-Media-Plattformen erreicht. Es ist ideal, wenn man selbst entscheiden kann, wann man diesen Push setzt. Insofern passt das auch gut zu Steady.

Victoria Weber: Ich habe auch drei konkrete Tipps mitgebracht, wie man das Ding angehen kann. Denn ich finde, wenn man das nur als abstraktes Gerüst sieht, kommt man nicht viel weiter. Der erste Tipp: Überleg dir, wie du locker und auf einer coolen Ebene in deinem Content darüber reden kannst, was du tust und was du anbietest. Das heißt zuerst: Überleg dir, in welcher Frequenz du das überhaupt einbauen und darüber reden möchtest. Man kann das zum Beispiel auf relativ niedriger Flamme fahren, aber immer wieder kleine Promo-Wochen oder -Monate einlegen. Man sagt: Jetzt habe ich eine Phase, in der rede ich ein bisschen mehr darüber, das ist wie eine Intensivphase. Danach lasse ich es wieder abklingen und erwähne es nur noch sporadisch. Es gibt da kein Richtig und kein Falsch, solange man sich damit wohlfühlt. Aber man muss für sich erst einmal eine Entscheidung getroffen haben: Was ist die Frequenz?

Victoria Weber: Wenn man zum Beispiel 20 Instagram-Storys am Tag macht, kann man theoretisch wahrscheinlich sogar ein- bis zweimal am Tag darauf hinweisen. Hat man dagegen ein ganz anderes Format, in dem das unangenehm wirken würde, ist es wieder etwas ganz anderes. Es kommt, glaube ich, auch auf die Basisfrequenz an, die man in seinem Content ohnehin schon hat. Und dann kann man sich überlegen, das hattest du auch gerade gefragt: Mache ich das bei 20 Prozent meines Contents, weise ich also jedes fünfte Mal, wenn ich etwas poste, darauf hin? Oder jedes zehnte Mal? Womit fühle ich mich wohl? Das ist schon eine coole Sache, wenn man das für sich festgelegt hat. Ich glaube, so machen es auch die meisten größeren Unternehmen, wenn sie einen Marketingplan haben: Sie überlegen sich bestimmte Slots. Ich gehe davon aus, ihr macht das auch.

Sebastian Esser: Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht, aber es klingt genau richtig.

12:20Tipp 2: Eine automatische Willkommensserie

Victoria Weber: Sehr gut. Und dann gibt es etwas, das ich wirklich jedem empfehlen kann, der eine E-Mail-Liste hat: die Willkommenssequenz. Das schockt viele, die sich noch gar nicht mit E-Mails auseinandergesetzt haben: Oh mein Gott, was ist das denn jetzt schon wieder? Aber das ist die Sache, die ich persönlich so toll finde, weil sie für einen arbeitet. Und sie ist vor allem ein super Tipp zu der Frage vom Anfang: Was macht man, wenn man sich nicht immer selbst in die Kamera stellen und sagen möchte, hier kommt meine Mitgliedschaft, und sich damit unwohl fühlt? Wenn man einen Newsletter hat, gibt es eine Möglichkeit: Wenn sich die Leute gerade angemeldet haben, lässt man eine sogenannte automatische E-Mail-Serie verschicken.

Victoria Weber: Das heißt: Jemand meldet sich an und bekommt dann zum Beispiel drei Tage lang jeweils eine E-Mail am Tag. Das machen viele. Man kann auch sagen, alle zwei Tage. Was man aber nicht vergessen darf: Die Leute sind nie wieder so engagiert und interessiert wie ganz am Anfang. Diese E-Mail-Sequenzen machen wir extrem viel. Der typische Fall ist der oben in der Grafik: Man schreibt erst einmal vier E-Mails, und in der fünften traut man sich irgendwann, sein Angebot zu platzieren. Bis dahin sind schon sehr viele Leute abgesprungen.

Victoria Weber: Bei E-Mail-Sequenzen nach der Anmeldung ist es wirklich so: Die allererste E-Mail wird am allermeisten gelesen. Die Leute sind top interessiert, sie wollen alles wissen. Deswegen kann sie auch ruhig lang sein. Man kann darin sagen: Hier, das gibt es bei mir. Oder eben in der zweiten E-Mail, wie auf der Grafik darunter. Also gar nicht so lange warten, das zu platzieren. Und dann kann man sagen: Okay, wieder zwei E-Mails ohne und dann eine mit, und so weiter. Das Gute an diesen Dingern ist, dass man sie ein einziges Mal aufsetzt, und theoretisch laufen sie über Jahre durch, wenn sich nichts Gravierendes ändert. Deswegen ist mein Tipp: Lass die Begeisterung, die am Anfang entsteht, nicht verebben.

Sebastian Esser: Hast du Tipps, wie man da anfangen kann? Meiner Erfahrung nach finden es viele Leute super schwierig, gerade diese E-Mail-Sequenzen zu schreiben. Sie tun sich sehr schwer damit, weil es dann noch einmal ein Zugehen auf die Leute ist und sich vielleicht noch persönlicher anfühlt.

Victoria Weber: Ich finde, man kann die erste Version der E-Mail-Sequenz fast wie eine Über-mich-Seite schreiben. In der allerersten E-Mail macht man zum Beispiel noch einmal eine kurze Vorstellung. Denn es gibt immer viele, die einen gerade erst gefunden haben. Man sagt noch einmal: Wer bin ich, was mache ich, und was erwartet dich in diesem Newsletter? Das geht den meisten relativ leicht von der Hand, wenn man es sich in diesen Schritten überlegt. Denn man denkt: Okay, das weiß ich ja, ich weiß ja, wer ich bin. Im Notfall kopiert man es wirklich von der Über-mich-Seite oder aus einer Vorstellung, die man anderen Leuten schon von sich gegeben hat.

Victoria Weber: In den nächsten Schritten kann man oft noch etwas von der Hintergrundgeschichte erzählen. So etwas wie: Wie bin ich eigentlich hierhergekommen? Das funktioniert immer sehr gut. Und was auch sehr gut funktioniert: zu zeigen, was einem wichtig ist. Dann hätte man zum Beispiel schon drei E-Mails. Erste E-Mail: Worum geht es hier, das erwartet dich in diesen E-Mails, übrigens eine kurze Biografie von mir, und ich habe noch eine Membership. Nächste E-Mail: Wie bin ich eigentlich hierhergekommen? Und die dritte E-Mail vertieft das noch ein bisschen.

Victoria Weber: Ganz oft kann man die E-Mails auch kurz halten. Dann ist es wie eine kleine Miniserie, und die Leute freuen sich total auf den Cliffhanger, wenn es am nächsten Tag weitergeht. Wenn man zum Beispiel am zweiten Tag einen Abbinder schreibt wie: „Und an dem einen Tag hat ein Fisch, den ich geangelt habe, alles verändert. Davon erzähle ich dir morgen.“ Solche E-Mails funktionieren super gut.

Sebastian Esser: Das ist cool, das kannte ich noch nicht.

Victoria Weber: Ja, das funktioniert sehr gut. Ich habe eine E-Mail-Serie, die quasi wie ein E-Mail-Kurs ist. Da schreiben mir Leute wirklich: Oh nein, ich habe Tag 3 nicht bekommen, kannst du mir den noch einmal zuschicken? Weil sie genau wissen, was sie am nächsten Tag erwartet, und einen Teaser bekommen. Wenn man so denkt, kann man auch einen relativ langen Text in zwei Teile teilen und sagen: Den Rest der Story gibt es morgen. Man muss es also nur machen und möglichst das recyceln, was man ohnehin schon irgendwo von sich liegen hat. Ich würde sagen: lieber eine kleine Netflix-Serie daraus machen statt eines Kurzfilms.

Sebastian Esser: Das ist eine sehr gute Analogie. Genau das funktioniert grundsätzlich bei Content ganz gut, wenn es ein bisschen zusammenhängt. Ich glaube, das ist ein guter Tipp, wenn man sich das vor Augen hält: Es gibt den Leuten einen Grund, auch die nächste E-Mail wieder zu öffnen. Sehr cool.

17:03Tipp 3: Evergreen-Content und der Newsletter als Zwischenweg

Victoria Weber: Und jetzt kommen wir zu Nummer drei: dem sogenannten Evergreen-Content. Das ist auch ein Fachwort aus der Marketing-Blase. Es bedeutet Inhalte, die die ganze Zeit funktionieren und für einen laufen, ohne dass man sie immer wieder neu erstellt. Es ist sehr wichtig, dass man so etwas hat. Man muss schauen, welchen Kanal man hauptsächlich bespielt. Ich mache zum Beispiel nicht so viel auf Instagram. Aber auf Instagram wäre das Basic, in seinen Story-Highlights einen kleinen Über-mich-Bereich zu haben, oder ein angepinntes Bild oben im Profil, auf dem steht, wer man ist, und wo natürlich auch die Mitgliedschaft erwähnt ist.

Victoria Weber: Also überall dort, wo Leute gerne hingehen, weil sie sich grob informieren wollen. Das habe ich hier ein bisschen gezeigt: Ich habe meinen Newsletter zum Beispiel als Handlungsaufruf in meine LinkedIn-Biografie gesetzt. Und in dem Bereich, in dem man ein oder zwei Content-Stücke haben kann, im Featured-Bereich, habe ich ihn auch reingesetzt. Am Anfang dachte ich: Das interessiert wahrscheinlich die wenigsten. Aber die Leute melden sich darüber an. Diejenigen, die auf einen stoßen, sich das Profil anschauen und sich dafür interessieren, sagen: Jetzt will ich weiterlesen. Die kommen wirklich über solche Sachen. Deswegen ist mein Tipp, sich jede einzelne Plattform anzuschauen und zu fragen: Wie kann das zu einem Mini-Puzzleteil für das große Ganze werden, das ich möchte?

Victoria Weber: Bei YouTube könnte das zum Beispiel so aussehen: Man überlegt sich, welche coolen Punkte es aus der Mitgliedschaft gibt, für die man vorher eine Vorarbeit oder Vordenkarbeit leisten muss. Und am Ende des Videos weist man darauf hin, dass es das gibt. Das sind alles solche Content-Stücke, auch der Link in der Bio und so weiter, die man einmal aufsetzt, und dann laufen sie durch. Auch so eine LinkedIn-Seite ändere ich nicht jede Woche, die bleibt für sich stehen.

Sebastian Esser: Ah ja, das macht total Sinn. Also quasi wie eine Mini-Homepage, an allen möglichen Stellen verteilt, um Kontaktpunkte zu bekommen, die man nicht jede Woche neu erstellen muss.

Victoria Weber: Genau. Und da würde ich auch immer eher den Zwischenweg wählen. Ich hätte zum Beispiel nicht meine Mitgliedschaft in diese Biografie gesetzt, weil das für diejenigen, die nur kurz schauen wollen, ein zu kleiner Anteil ist. Aber ein Newsletter ist wirklich ein guter Zwischenweg: Da meldet man sich an und schaut, da passiert nicht viel, man ist theoretisch gratis dabei. Und diejenigen, die die größten Fans sind, schauen sowieso. Wenn man zum Beispiel eine Instagram-Landingpage hat, funktioniert das ganz gut. Die allermeisten haben für Instagram ja so einen Linktree, auf dem man die verschiedenen Unterpunkte findet. Aber man muss sich immer überlegen: Was ist der wichtigste Weg? Und der wichtigste Weg ist meistens der, der für die Leute am wenigsten Risiko hat.

Sebastian Esser: Das wäre dein Newsletter.

Victoria Weber: Genau. Theoretisch könnte ich die Leute über diesen Link auch in den Podcast führen, auf den Instagram-Account oder auf den YouTube-Kanal. Aber da verliere ich sie, glaube ich, schneller wieder. Beim Podcast habe ich zum Beispiel gemerkt, dass man erst einmal sehr viel Anlauf braucht, bis die Leute auch nur eine Folge hören. Deswegen fand ich bisher den Newsletter für mich persönlich am einfachsten. Aber wo man die Leute am leichtesten hinbekommt, kann für jeden anders sein. Es gibt sicher auch Leute, die super darin sind, einen YouTube-Kanal aufzubauen. Die würde ich dann wahrscheinlich zu YouTube schicken.

20:29Zwei Wege anbieten und den Kreis schließen

Sebastian Esser: Noch einmal einen Schritt zurück. Du sagst im Grunde: Jede fünfte Nachricht sollte irgendwie auf mein Angebot hinweisen. Das muss aber nicht unbedingt direkt das Angebot für die Mitgliedschaft sein oder eine Aufforderung, etwas zu kaufen, weil das dann wahrscheinlich schon zu tief in den Funnel geht.

Victoria Weber: Genau. Wobei man auch überlegen kann, das ist auf dieser Grafik auch noch einmal zu sehen: Es gibt ja auch diesen einen direkten Pfeil. Ich glaube schon, dass man das ab und zu direkt platzieren kann. Denn es gibt immer ein paar Leute, die theoretisch bereit wären und es gerne haben wollen. Die brauchen nur einen Grund und einen kurzen Aufruf. Und alle anderen brauchen quasi noch ein bisschen mehr Anfütterung, würde ich das nennen. Deswegen gibt es zum Beispiel auf meiner eigenen Über-mich-Seite, eigentlich auf allen Seiten, die wir etwas strategischer machen, immer einen Handlungsaufruf für diejenigen, die sagen: Jetzt will ich loslegen. Und einen für die, die schnuppern wollen.

Victoria Weber: Man kann den Leuten also immer, egal was man macht, zwei Wege anbieten: Hier, wenn du schnuppern willst. Und hier, wenn du direkt in Aktion treten willst. Dann fühlt man sich auch nicht so, als würde man die Leute in eine bestimmte Richtung treiben. Man gibt ihnen immer die Variante: Du kannst auch weiter schnuppern, du kannst weiter alles kostenlos nutzen. Aber für die Leute, die quasi schon mit der Kreditkarte in der Hand dasitzen und fragen, was kann ich denn hier jetzt kaufen, und die gibt es wirklich bei den allermeisten, sollte man den direkten Aufruf immer dazusetzen.

Sebastian Esser: Ja, super, cool.

Victoria Weber: Und zum Abschluss: Was noch dazukommt und was ich in dieser Grafik noch ergänzt habe, ist, dass sich das Ding im Prinzip schließt. Wir haben oben die kleinen Content-Kreise, dann die E-Mail-Liste und dann die Mitgliedschaft. Ganz oft, je nachdem, was und wie viel man macht, bekommt man aus den Rückmeldungen der, ich sag mal, engsten Fans oder der Leute, die so etwas kaufen, viele Ideen: Welche Themen beschäftigen sie? Oder, wenn man viel mit E-Mail macht: Worauf haben sie am meisten geklickt? Wozu hat man die meisten Antworten bekommen? Das kann man recyceln oder ein bisschen damit experimentieren und es wieder in Content verwandeln, der für alle ist. Das ist im Prinzip wie ein System.

Victoria Weber: Das Gleiche gilt zum Beispiel für Testimonials. Nicht bei allen Mitgliedschaften macht man viel extra Content, es gibt ja auch viele, die einfach Supporter sind. Aber man kann zum Beispiel Stimmen von Supportern verwenden, wenn einem jemand etwas Nettes schreibt und man das wiederverwenden darf. Das bedingt sich alles ein bisschen gegenseitig: Man kann Sachen aus dem geschlossenen Bereich in einer kleinen Miniversion als Schnipsel für alle bringen. Das funktioniert sehr gut.

Sebastian Esser: Und wenn daraus wieder Inhalte und neue Beiträge werden, die wieder einen Wert stiften, dann fühlt es sich auch nicht so sehr nach Marketing an. Dann ist es Teil des ganzen Contents, für den die Leute ohnehin kommen.

23:32Lieber klein anfangen als gar nicht

Victoria Weber: Genau. Und das ist wirklich eine Sache, in die man sich ein bisschen hineinfinden muss, gerade wenn man am Anfang steht und erst einmal zögert. Aber die meisten merken: Wenn man das erst einmal ein bisschen soft antestet und sich überlegt, wie oft man sich überhaupt wohlfühlt, es zu platzieren, funktioniert das sehr gut. Auf meiner letzten Slide habe ich noch einen wichtigen Hinweis, weil das, glaube ich, der Hauptaufruf ist: Selbst wenn man überhaupt keine Lust hat, in seinem Hauptcontent und seinem Live-Content viel zu platzieren, sollte man zumindest die passiven Evergreen-Sachen einmal einrichten. Also die Links ordentlich überall reinsetzen. Oder, wenn man eine E-Mail-Liste hat, eine einzige Willkommensmail.

Victoria Weber: Ich glaube, der Creator Way Newsletter, wir haben mehrere Unter-Newsletter, hat gerade sogar nur ein oder zwei E-Mails, die nach der Anmeldung kommen. Gar keine krasse Sequenz. Das kann man im Nachhinein immer noch aufbauen und besser machen. Das Mantra ist wirklich: lieber nach und nach, als gar nichts zu machen. Denn es ist wirklich schade, was einem sonst entgeht. Gerade am Anfang hat man möglicherweise den höchsten Ausschlag an neuen Followern. Wenn man das verpasst, ist es sehr schwierig, das nachzuholen.

Sebastian Esser: Vielen Dank, Victoria. Ich glaube, das lohnt sich total für ganz viele Leute, die das jetzt gesehen haben. Danke, dass du dein Wissen teilst und es so toll aufbereitet hast. Ich glaube, man kann es sich super gut merken, mit den Bubbles und E-Mails, aber vor allem mit den Donuts und den Strandverkäufern. Wie gesagt: Wenn man mehr von dir hören will, gibt es den Creator Way Podcast, außerdem den Creator Way Newsletter und deine Website. Wir schreiben alles dazu. Danke, dass du dein Wissen geteilt hast, und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

Victoria Weber: Danke, ciao!

Das Wichtigste in Kürze

  1. Die Leute müssen öfter sehen, dass es dein Angebot gibt; ein zaghafter Hinweis ab und zu reicht nicht.
  2. Leg vorab fest, wie oft du in deinen Beiträgen auf die Mitgliedschaft hinweist, zum Beispiel in jedem fünften.
  3. Richte eine automatische Willkommensserie ein und nenn dein Angebot schon in der ersten oder zweiten E-Mail.
  4. Richte dauerhafte Hinweise wie die Links in deinen Profilen einmal ein; sie wirken danach lange für dich.
  5. Biete immer zwei Wege an: den Newsletter zum Schnuppern und den direkten Weg zur Mitgliedschaft.

Viele Medienmacher:innen erwähnen ihre Mitgliedschaft zu selten: hier und da ein zaghafter Hinweis, dann wochenlang nichts. Das reicht nicht. Victoria Weber, die den Podcast „Creatorway – Der Business Marketing Podcast für die Creator Economy“ macht, zeigt im Gespräch mit Sebastian Esser den kleinstmöglichen Funnel. Er besteht aus festen Hinweisen in deinen Beiträgen, deinem Newsletter als Zwischenstation und einer automatischen E-Mail-Serie.

Funnel heißt Trichter. Gemeint ist der Weg, auf dem Leute von deinen kostenlosen Beiträgen zu deinem Angebot kommen. Das Wort schreckt viele ab, weil es nach Marketing-Fachsprache klingt. Der Mini-Funnel bleibt aber bewusst klein, nach Victorias Motto: lieber klein anfangen als gar nichts machen. Du musst nicht alles auf einmal auf die Beine stellen.

Die Donut-Methode: Strandverkäufer statt Aufdränger

Der Gedanke dahinter: Die Leute müssen öfter sehen, dass es dein Angebot gibt. Mancher ist gerade nicht in Stimmung, andere denken schon lange darüber nach und brauchen nur noch einen Anlass. Dein Angebot sollte ihnen deshalb ständig im Hinterkopf sein, und dafür musst du immer wieder daran erinnern.

Victoria erklärt das mit einem Bild. Du gehst nach dem Essen durch den Park, und jemand läuft dir hinterher und ruft: „Hier, Donut! Hier, Donut!“ Das nervt. Am Strand ist es anders. Du liegst seit drei Stunden in der Sonne, hast Hunger, und ein Donut-Verkäufer geht vorbei. Er spricht niemanden an; wer etwas will, kommt zu ihm. So sollen deine Hinweise wirken, regelmäßig sichtbar und nie aufdringlich.

Der Funnel selbst ist schlicht. Oben stehen deine Beiträge und Kanäle, und von dort führen zwei Wege zur Mitgliedschaft. Entweder weist du in deinen Beiträgen direkt auf sie hin, oder du holst die Leute zuerst in deinen Newsletter, und eine E-Mail-Serie übernimmt den Rest.

Vielen fällt das Werben schwer. Sebastian kennt das von Steady: Die meisten kommen vom Inhalt, nicht aus der Vermarktung, und haben sich oft jahrelang das Gegenteil antrainiert. Victoria rät, sich anzusehen, welche freundlichen Rückmeldungen man schon bekommen hat, etwa in Nachrichten und Kommentaren. Viele wollen dich unterstützen, so wie man seinen Lieblingsverein unterstützt. Victoria bekommt selbst nach Jahren noch Nachrichten von Leuten, die fragen, wie sie ihr Geld geben können. Wer keinen Weg findet, fühlt sich fast schon schuldig.

Schritt 1: Leg fest, wie oft du auf dein Angebot hinweist

Entscheide vorab, wie oft du über deine Mitgliedschaft sprichst. Sonst erwähnst du sie nur, wenn sie dir gerade einfällt. Als Faustregel hält Victoria ungefähr jeden fünften Beitrag für einen guten Wert, jeder zehnte geht auch. Richtig oder falsch gibt es dabei nicht, solange du dich wohlfühlst.

Das richtige Maß hängt davon ab, wie oft du ohnehin veröffentlichst:

  • Bei 20 Instagram-Storys am Tag kannst du ein- bis zweimal täglich auf dein Angebot hinweisen.
  • In einem Format, in dem häufige Hinweise unangenehm wirken, weist du entsprechend seltener hin.
  • Du kannst auf kleiner Flamme bleiben und Werbewochen oder -monate einlegen, in denen du mehr darüber sprichst.

Nicht jeder Kanal muss gleich viel tragen. Manche Formate weisen ausdrücklich auf die Mitgliedschaft hin, in anderen erwähnst du sie nur am Rand. Wichtig ist, dass du das einmal festgelegt hast.

Am besten sind die Hinweise Teil deiner Beiträge. Erzähl, woran du gerade für deine Mitglieder arbeitest. Oder mach es wie viele Newsletter: Kündige die Themen für morgen an, reiß eines von fünf an und verweise für die Einzelheiten auf die Mitgliedschaft. Ein solcher Teaser hat schon für sich einen kleinen Nutzen und ist mehr als ein „Kauf jetzt“.

Schritt 2: Richte eine automatische Willkommensserie ein

Wer ungern ständig selbst für sein Angebot wirbt, überlässt diese Arbeit dem Newsletter. Auch Sebastian rät, auf E-Mail zu setzen. In sozialen Netzwerken lässt sich immer schwerer steuern, wie oft du wen erreichst. Per E-Mail entscheidest du selbst, wann du einen Anstoß gibst.

Victoria setzt dafür eine automatische E-Mail-Serie ein, die mit der Anmeldung beginnt. Neue Abonnent:innen bekommen zum Beispiel drei Tage lang je eine E-Mail oder alle zwei Tage eine. Denn nie wieder sind die Leute so interessiert wie direkt nach der Anmeldung. Die erste E-Mail wird am meisten gelesen und darf deshalb auch lang sein.

Ein typischer Fehler sind vier E-Mails ohne Angebot und erst in der fünften ein vorsichtiger Hinweis. Bis dahin sind viele abgesprungen. Nenn deine Mitgliedschaft in der ersten oder zweiten E-Mail. Danach kannst du abwechseln: zwei E-Mails ohne Hinweis, eine mit.

Die erste Fassung schreibst du fast wie eine Über-mich-Seite; zur Not übernimmst du Text von dort. Drei E-Mails könnten so aussehen:

E-Mail Inhalt
1 Worum es geht, was die Leser:innen erwartet, eine kurze Biografie, der Hinweis auf deine Mitgliedschaft
2 Deine Vorgeschichte: Wie bist du hierhergekommen?
3 Was dir wichtig ist, als Vertiefung

Victoria rät, daraus lieber eine kleine Netflix-Serie zu machen als einen Kurzfilm. Halte die E-Mails kurz und beende sie mit einem Cliffhanger, etwa: „An dem einen Tag hat ein Fisch, den ich geangelt habe, alles verändert. Davon erzähle ich dir morgen.“ Einen langen Text kannst du dafür in zwei Teile aufteilen. Bei Victorias E-Mail-Kurs fragen Leute nach, wenn Tag 3 nicht angekommen ist. Eine solche Serie setzt du einmal auf, und wenn sich nichts Grundlegendes ändert, läuft sie über Jahre.

Schritt 3: Setz dauerhafte Hinweise auf alle Plattformen

Evergreens nennt man Inhalte, die dauerhaft für dich arbeiten, ohne dass du sie neu erstellen musst. Setz solche Hinweise überall dorthin, wo sich Leute einen ersten Eindruck von dir verschaffen:

  • auf Instagram ein Über-mich-Bereich in den Story-Highlights oder ein angepinntes Bild oben im Profil,
  • auf LinkedIn der Newsletter als Handlungsaufruf in der Biografie und im Bereich für hervorgehobene Inhalte,
  • auf YouTube ein Hinweis am Ende eines Videos, wenn das Thema zu Inhalten deiner Mitgliedschaft passt,
  • der Link in deiner Bio.

Victoria dachte anfangs, ihr Hinweis auf LinkedIn interessiere kaum jemanden. Tatsächlich melden sich darüber Leute an, die sie gerade entdeckt haben und weiterlesen wollen. Sebastian nennt das eine Mini-Homepage, verteilt auf viele Stellen. Schau dir jede Plattform einzeln an und überlege, welches Puzzleteil sie zum Ganzen beitragen kann.

Verlinke in deinen Profilen eher auf den Newsletter als direkt auf die Mitgliedschaft. Wer nur kurz vorbeischaut, schließt so schnell keine Mitgliedschaft ab. Der Newsletter kostet nichts und ist für die Leute das kleinste Wagnis. Über Podcast oder Instagram verliert Victoria Leute schneller wieder, aber bei dir kann das anders sein. Wer gut darin ist, einen YouTube-Kanal aufzubauen, schickt die Leute vielleicht dorthin.

Den direkten Weg solltest du trotzdem anbieten. Es gibt immer Leute, die schon mit der Kreditkarte in der Hand dasitzen und nur einen kurzen Aufruf brauchen. Biete deshalb zwei Wege an, einen zum Schnuppern und einen für alle, die gleich loslegen wollen. So drängst du niemanden in eine Richtung.

Schritt 4: Schließe den Kreis

Der Funnel ist keine Einbahnstraße. Deine treuesten Fans und zahlenden Mitglieder liefern dir Ideen. Welche Themen beschäftigen sie? Worauf klicken sie in deinen E-Mails am meisten, worauf antworten sie? Daraus machst du wieder Beiträge für alle.

Das gilt auch für Stimmen von Unterstützer:innen. Schreibt dir jemand etwas Freundliches und darfst du es verwenden, teile es. Auch Ausschnitte aus dem Bereich für Mitglieder kannst du als kleine Kostproben für alle zeigen. Sebastian sagt es so: Wenn daraus Beiträge werden, die selbst etwas wert sind, fühlt sich das kaum nach Marketing an. Es gehört dann zu dem, wofür die Leute ohnehin kommen.

Wenn du keine Lust hast, in deinen wichtigsten Beiträgen für die Mitgliedschaft zu werben, richte zumindest die dauerhaften Hinweise einmal ein. Setz die Links ordentlich in alle Profile, und wenn du eine E-Mail-Liste hast, schreib eine einzige Willkommensmail. Selbst einer von Victorias Newslettern verschickt nach der Anmeldung derzeit nur ein oder zwei E-Mails. Ausbauen kannst du das später.

Fang früh an. Gerade am Anfang gewinnst du womöglich die meisten neuen Follower:innen, und was du dann verpasst, holst du schwer nach.

Wie du überhaupt Abonnent:innen für deinen Newsletter gewinnst, liest du in Newsletter-Abonnenten gewinnen. Wie du mit einem Leadmagneten E-Mail-Adressen sammelst und daraus eine Kampagne für deine Mitgliedschaft machst, steht in Wie gewinnst du mit einer Membership-Kampagne zahlende Mitglieder?.

Häufige Fragen

Was ist ein Newsletter-Funnel?

Funnel heißt Trichter. Gemeint ist der Weg, auf dem Leute von deinen kostenlosen Beiträgen zu deinem Angebot kommen. Im Mini-Funnel weist du in deinen Beiträgen auf die Mitgliedschaft hin, entweder direkt oder auf dem Umweg über den Newsletter. Dort erinnert eine automatische E-Mail-Serie neue Abonnent:innen an dein Angebot.

Wie oft sollte ich auf meine Mitgliedschaft hinweisen?

Eine feste Regel gibt es nicht. Victoria Weber hält ungefähr jeden fünften Beitrag für einen guten Wert. Es kommt darauf an, wie oft du ohnehin veröffentlichst: Bei 20 Instagram-Storys am Tag gehen auch ein bis zwei Hinweise täglich. Leg einen Rhythmus fest, mit dem du dich wohlfühlst.

Was gehört in eine Willkommens-E-Mail-Serie?

Die erste E-Mail ist eine kurze Vorstellung: wer du bist, was du machst und was die Leser:innen im Newsletter erwartet. Danach erzählst du, wie du zu deinem Thema gekommen bist, und zeigst, was dir wichtig ist. Dein Angebot nennst du schon in der ersten oder zweiten E-Mail.

Wann sollte ich in der E-Mail-Serie mein Angebot erwähnen?

Früh. Die erste E-Mail nach der Anmeldung wird am meisten gelesen, denn nie wieder sind die Leute so interessiert. Wer sein Angebot erst in der fünften E-Mail nennt, hat bis dahin viele Leser:innen verloren. Danach kannst du abwechseln: zwei E-Mails ohne Hinweis, eine mit.

Soll ich im Profil auf den Newsletter oder auf die Mitgliedschaft verlinken?

Für Leute, die nur kurz vorbeischauen, ist eine Mitgliedschaft ein zu großer Schritt. Der Newsletter kostet nichts und ist für sie das kleinste Wagnis. Victoria Weber empfiehlt trotzdem, zwei Wege anzubieten: einen zum Schnuppern und einen direkten Aufruf für alle, die gleich Mitglied werden wollen.

Passt dazu

Coach

Sebastian Esser

Gründer von Steady

Sebastian hat Krautreporter mitgegründet, das Magazin, das von seinen Mitgliedern finanziert wird, und schreibt den Newsletter Blaupause. Im College erklärt Sebastian, wie Mitgliedschaften funktionieren.

Coach

Victoria Weber

Business-Strategin und Podcasterin

Victoria berät Online-Unternehmer:innen, hat die Webdesign-Agentur Everyblue gegründet und macht den Podcast „Creatorway“. Im College erklärt Victoria die Donut-Methode, einen einfachen Weg zu mehr Abonnent:innen.